20. Jahrestagung Molekulare Diagnostik der DGKL: Fokus auf „Labor trifft KI“

von | Apr. 21, 2026 | Forschung, Gesundheit

Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) veranstaltet vom 20. bis 22. Mai 2026 die 20. Jahrestagung Molekulare Diagnostik in der Evangelischen Akademie Tutzing am Starnberger See. Die Jubiläumsveranstaltung steht unter dem Leitthema „Labor trifft KI“ und beleuchtet die Integration künstlicher Intelligenz in die molekulare Diagnostik aus den Perspektiven der fünf Sektionen des Kompetenzfelds Molekulare Diagnostik sowie der Sektion Biobanking.

Die Tagung wird u.a. vom Kompetenzfeld Molekulare Diagnostik der DGKL ausgerichtet und von der EUROKONGRESS GmbH organisiert. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten ist die Teilnehmerzahl auf 120 Personen begrenzt, um einen intensiven fachlichen Austausch zu ermöglichen. Die Veranstaltung richtet sich an Fachleute aus den Bereichen Genomics, Bioinformatik, NMR-Spektroskopie, Proteomics & Metabolomics, Klinische Massenspektrometrie und Biobanking.

Prof. Dr. Daniel Teupser, Sprecher des Kompetenzfelds Molekulare Diagnostik, lud zur Fortsetzung der Jahrestagungen ein: Nach dem erfolgreichen Neustart im Vorjahr verspreche das Programm mit exzellenten Vortragenden und hochaktuellen Themen einen intensiven Austausch über die Zukunft der molekularen Labordiagnostik.

Das Programm spannt einen Bogen von der Analyse nicht-codierender Genome mit KI über multimodale Omics-Datenintegration bis hin zu automatisierten Massenspektrometrie-Workflows und KI-gestützter NMR-Spektroskopie. Zu den Höhepunkten zählt die Keynote-Lecture von Prof. Dr. Frederick Klauschen (LMU München) zu „Pathologie Foundation Modelle – Einsatz für Krebsforschung und klinische Diagnostik“.

Programm im Überblick

Die Tagung beginnt am 20. Mai 2026 um 18:30 Uhr mit einem Abendessen und einem informellen Get-Together. Am 21. und 22. Mai folgen thematisch gegliederte Sessions:

  • Genomics (Vorsitz: Prof. Dr. Stefan Holdenrieder): Vorträge zu „Deciphering the non-coding genome with AI“ (Prof. Dr. Julien Gagneur, TU München und Helmholtz Zentrum München), Systemarchitektur für Datenintegration (Dr. Steffen Lott) und Interpreting Genomic Profiles (Dr. Martina Cantone, Foundation Medicine).
  • Bioinformatik (Vorsitz: Dr. Christof Winter): KI in der biomedizinischen Forschung und bei Bluterkrankungen (Prof. Dr. Carsten Marr, Helmholtz Zentrum und LMU), Integration in hämatologischen Workflows (Niroshan Nadarajah, MLL Münchner Leukämielabor) sowie KI in der gynäkologischen Präzisionsonkologie (Dr. Jacqueline Lammert, TUM).
  • Proteomics & Metabolomics (Vorsitz: Prof. Dr. Peter Findeisen): Maschinelles Lernen für die Diagnostik von Hämoglobinopathien (Dr. Alexander Lenard), Auswertestrategien für Omics-Datensätze (Prof. Dr. Alexander Leichtle, Universitätsklinikum Augsburg) und das C-COMPASS-Tool zur Zellkompartiment-Analyse (Dr. Natalie Krahmer, Helmholtz Zentrum München).

Am Abend des 21. Mai hält Prof. Dr. Frederick Klauschen die Keynote zur Anwendung von Foundation Models in der Pathologie.

20. Jahrestagung Molekulare Diagnostik der DGKL: Fokus auf „Labor trifft KI“. Credits: DGKL
20. Jahrestagung Molekulare Diagnostik der DGKL: Fokus auf „Labor trifft KI“. Credits: DGKL

Am 22. Mai widmen sich die Sessions der Klinischen Massenspektrometrie und Biobanken (Vorsitz: PD Dr. Christoph Seger) mit Themen wie automatisierten MS-MRD-Workflows (Dr. Christoph Krisp), diagnostischer Inferenz in der Proteomik (Dr. Johannes Müller-Reif, MPI für Biochemie) und effizientem Biobanking (Prof. Dr. Matthias Nauck, Universitätsmedizin Greifswald).

Die NMR-Spektroskopie-Session (Vorsitz: Prof. Dr. Astrid Petersmann) behandelt KI-Anwendungen in der NMR (Dr. Daniel Rosenkranz und Prof. Dr. Nils Strodthoff), maschinelles Lernen für Glykosylierungs-Profiling (PD Dr. Alvaro Mallagaray) sowie metabolomisches Profiling zur Früherkennung von Typ-2-Diabetes (Dr. Diana Drettwan, lifespin GmbH) und Disease Risk Assessment (Kimmo Aro, Nightingale Health).

Ein geführter Rundgang durch die Industrieausstellung und ein optionales Social Program mit Schifffahrt auf dem Starnberger See ergänzen das wissenschaftliche Programm.

Aktuelle Entwicklungen in der molekularen Diagnostik

Die Tagung greift zentrale Trends auf: KI-gestützte Decodierung des non-coding Genoms, maschinelles Lernen in der Hämatologie und gynäkologischen Onkologie, multimodale Omics-Integration, automatisierte diagnostische Workflows in der Massenspektrometrie sowie KI-Anwendungen in der NMR-Spektroskopie für metabolische und glykosylierungsbasierte Biomarker. Diese Entwicklungen sollen die Präzision, Geschwindigkeit und Aussagekraft molekularer Diagnostik weiter steigern – von der Früherkennung von Erkrankungen über die personalisierte Onkologie bis hin zu verbesserten Risikoabschätzungen.

Die begrenzte Teilnehmerzahl und die idyllische Lage am Starnberger See sollen den fachlichen Austausch zwischen Laborärzten, Bioinformatikern, Forschern und Industrievertretern fördern. Die Industrieausstellung mit namhaften Sponsoren wie Bruker, Roche Diagnostics und Thermo Fisher Scientific rundet das Programm ab.

Anmeldungen sind online bis zum 6. Mai 2026 möglich. Die Teilnahmegebühr beträgt 160 Euro (inkl. MwSt.). Übernachtungen in der Evangelischen Akademie können direkt über die Registrierung gebucht werden.

Die 20. Jahrestagung Molekulare Diagnostik markiert einen Meilenstein in der Reihe und unterstreicht die wachsende Bedeutung künstlicher Intelligenz für die Weiterentwicklung der Labormedizin.

Anmeldung:

20. Jahrestagung Molekulare Diagnostik der DGKL


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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