Impfstoff gegen schwere Durchfallerkrankungen in Sicht
Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Bergen und NORCE hat eine Technologie entwickelt, die den Weg für einen Impfstoff gegen enterotoxigene Escherichia coli (ETEC) bereiten könnte. ETEC gehört zu den häufigsten bakteriellen Ursachen schwerer Durchfallerkrankungen weltweit.
Das Unternehmen Valneva hat die Technologie nun lizenziert, um die Entwicklung eines Impfstoffs voranzutreiben. Die Technologie basiert auf jahrzehntelanger Forschung zum humanen hitzestabilen Toxin (STh) von ETEC. Dieses Toxin stellt eine besondere Herausforderung für die Impfstoffentwicklung dar.

„Dies ist ein wichtiger Meilenstein für unsere langjährige internationale Zusammenarbeit“, erklärte Prof. Halvor Sommerfelt von der Universität Bergen. Das Ziel sei ein Impfstoff, der Kinder in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen vor schweren Durchfallerkrankungen schützt. Die Lizenzvereinbarung sieht sowohl kommerzielle Märkte als auch einen definierten Zugang für öffentliche Beschaffungsprogramme in ärmeren Ländern vor.
ETEC verursacht Millionen von Durchfallerkrankungen pro Jahr, vor allem bei Kindern. Schwere Infektionen können langfristige gesundheitliche Folgen haben. Bisher gibt es keinen Impfstoff, der breiten und effektiven Schutz bietet.
Die Forschenden arbeiten seit 2009 systematisch an der Lösung der Herausforderungen, die STh als Impfstoffziel darstellt. Die Technologie wurde nun für die industrielle Weiterentwicklung übertragen. VIS – Vestlandets Innovasjonsselskap – hat die kommerziellen Rechte verwaltet.
Die Partner hoffen, dass der Impfstoff künftig einen Beitrag zur Reduzierung der Krankheitslast durch ETEC leisten kann. Die Technologie stammt aus einem Forschungsprogramm, das seit den 1980er Jahren von Bergen aus koordiniert wird.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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