Natürliche Killerzellen entscheidend für Therapieerfolg bei Blutkrebs Polycythaemia vera
Natürliche Killerzellen (NK-Zellen) spielen eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der seltenen Blutkrebserkrankung Polycythaemia vera (PV). Das hat eine Forschungsgruppe der Universitätsmedizin Mainz erstmals nachgewiesen. Demnach vermitteln diese Zellen der angeborenen Immunabwehr wesentlich die therapeutische Wirkung von Interferon-alpha (IFN-α).
Bei PV produzieren mutierte Blutstammzellen im Knochenmark zu viele rote Blutzellen, was das Blut dickflüssiger macht und das Risiko für Thrombosen, Schlaganfälle und Herzinfarkte erhöht. Interferon-alpha wird bereits therapeutisch eingesetzt, da es das Wachstum krankhafter Stammzellen hemmt. Die Mainzer Studie zeigt nun, dass dieser Effekt maßgeblich über die Aktivierung und Vermehrung bestimmter NK-Zellen läuft. Diese greifen gezielt mutierte Stamm- und Vorläuferzellen an und eliminieren sie.

Durch gezielte Ausschaltung der NK-Zellen in Experimenten verlor Interferon-alpha nahezu vollständig seine Wirkung auf die krankhaften Zellen. Auch geringe Mengen körpereigener Interferone reichen aus, damit NK-Zellen zur Krankheitskontrolle beitragen.
Die im Fachjournal „Blood“ veröffentlichten Ergebnisse bieten neue Ansatzpunkte für immunbasierte Therapien. NK-Zellen könnten künftig als Biomarker dienen, um das individuelle Therapieansprechen besser einzuschätzen und Behandlungen gezielter anzupassen.
Die Studie entstand im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1292 an der Universitätsmedizin Mainz in Zusammenarbeit mit der German Study Group for Myeloproliferative Neoplasms.
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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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