Konfrontationskurs: BÄK und KBV greifen ABDA an
Die Bundesärztekammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) lehnen die Vorschläge der ABDA-Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände zur Primärversorgung durch Apotheken entschieden ab. Es gebe keinen Schulterschluss der Ärzteschaft mit den Apothekern in dieser Frage, erklärten BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt und KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen am Montag.
Die von der ABDA vorgelegten Pläne einer „Primärversorgung light“ in Apotheken stellten eine gesundheitspolitische Fehlsteuerung dar, hieß es. Sie verkennten die Anforderungen an eine hochwertige Primärversorgung, die auf umfassender ärztlicher Diagnostik, ganzheitlichem Krankheitsverständnis und klarer Verantwortungsübernahme beruhe. Diese könne nicht durch punktuelle Angebote in Apotheken ersetzt werden.

Reinhardt betonte, eine Neuordnung der Primärversorgung dürfe diese nicht fragmentieren. Statt paralleler Strukturen, die mehr Bürokratie als Entlastung schaffen, sei eine Stärkung der bestehenden ärztlichen Versorgung und eine qualifikationsgerechte Zusammenarbeit der Berufsgruppen notwendig. Nur so ließen sich Qualität, Kontinuität und Patientensicherheit gewährleisten.
Gassen bezeichnete die Vorstellungen der ABDA als abwegig. Die Idee einer Primärversorgung durch nichtärztliche Berufe führe zu einer Verschlechterung der Versorgung und zu Zusatzkosten. Während die Politik für die Anhebung des Apothekenfixums offenbar rund eine Milliarde Euro zur Verfügung stelle, seien bei den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten Kürzungen von 2,7 Milliarden Euro geplant. Dieses einseitige Vorgehen zwinge Praxen zur Anpassung ihres Leistungsangebots. Die Apotheker wollten davon offenbar profitieren, zulasten von Qualität und Versicherten.
Für mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen einer solchen „Primärversorgung light“ trage letztlich nicht der Apotheker die Verantwortung, kritisierten die Ärztevertreter.
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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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