Akuter Stress behindert Verknüpfung von Erinnerungen im Gehirn

von | Juni 2, 2026 | Forschung, Gesundheit

Akuter Stress beeinträchtigt die Fähigkeit des Gehirns, neue Informationen mit bestehenden Erinnerungen zu verknüpfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Hamburg unter Leitung von Prof. Dr. Lars Schwabe.

In der Untersuchung, die in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht wurde, lernten Teilnehmer zunächst Bildpaare (A+B). Am nächsten Tag folgten neue Paare mit Überschneidungen (B+C). Anschließend wurde getestet, ob sie die indirekte Verbindung A+C herstellen konnten – eine sogenannte Inferenz.

Neuronen. Symbolbild. Credits: Pixabay
Neuronen. Symbolbild. Credits: Pixabay

Eine Gruppe wurde zu Beginn des zweiten Tages durch eine Stressaufgabe belastet, während die Kontrollgruppe eine neutrale Aufgabe erhielt. Die gestressten Teilnehmer merkten sich die neuen Bildpaare zwar ebenso gut wie die Kontrollgruppe, konnten aber deutlich seltener die Verknüpfung zu den alten Informationen herstellen.

Mithilfe funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) zeigten die Forscher, dass bei gestressten Personen die Hirnregionen, die für die Verarbeitung der ursprünglichen Informationen (A) zuständig sind, bei der Darbietung der neuen Paare (B+C) weniger stark aktiviert wurden. Besonders betroffen war der Hippocampus, eine zentrale Region für Gedächtnisprozesse.

Schwabe erklärte, dass Stress einen wichtigen Mechanismus der Gedächtnisintegration störe. Die Ergebnisse seien relevant für psychiatrische Erkrankungen, den Rechtsbereich und den Bildungskontext, wo die Verknüpfung von Informationen für das Lernen entscheidend sei.

Die internationale Studie wurde gemeinsam mit Forschern der University of Texas und der Radboud Universität Nijmegen durchgeführt.

Original paper:

Stress disrupts hippocampal integration of overlapping events and memory inference in humans | Science Advances


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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