Neuer PET-Tracer macht Alpha-Synuclein-Ablagerungen im lebenden Gehirn sichtbar

von | Mai 28, 2026 | Forschung

Ein Forschungsteam des Universitätsklinikums Tübingen hat in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften und dem Biotechnologie-Unternehmen MODAG einen neuen PET-Tracer entwickelt. Dieser kann krankhafte Ablagerungen des Proteins Alpha-Synuclein im Gehirn lebender Patienten sichtbar machen.

Alpha-Synuclein-Ablagerungen spielen eine zentrale Rolle bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson, Multisystematrophie und bestimmten Demenzformen. Bisher konnten diese Ablagerungen meist erst nach dem Tod des Patienten sicher nachgewiesen werden. Der neue Tracer mit dem Namen [¹¹C]MODAG-005 ermöglicht nun eine nicht-invasive Darstellung dieser pathologischen Veränderungen im lebenden Gehirn.

Neuronen. Symbolbild. Credits: Pixabay
Neuronen. Symbolbild. Credits: Pixabay

Die Studie, die in der Fachzeitschrift Science Translational Medicine veröffentlicht wurde, zeigt erste Ergebnisse bei Patienten. Die Forschenden konnten charakteristische Muster der Ablagerungen erkennen, die mit neuropathologischen Erwartungen übereinstimmen. Dies könnte künftig eine frühere und genauere Diagnose ermöglichen.

Prof. Dr. Kristina Herfert vom Werner Siemens Imaging Center am Universitätsklinikum Tübingen erklärte, dass das Verfahren neue Möglichkeiten für eine frühere Diagnose und die Beurteilung von Therapien eröffne. Prof. Dr. Armin Giese, Chief Scientific Officer von MODAG, betonte, dass der Tracer es erstmals erlaube, zu überprüfen, ob neue Wirkstoffe tatsächlich an ihrem Zielprotein ankommen.

Die Entwicklung des Tracers basiert auf rund 30 Jahren Grundlagenforschung zu den Eintrittsmechanismen von Hepatitisviren, die später auf Alpha-Synuclein übertragen wurde. Die Arbeit gilt als Beispiel für erfolgreiche translationale Forschung von der Grundlagenwissenschaft bis zur klinischen Anwendung.

Die neue Bildgebungstechnologie könnte langfristig dazu beitragen, Krankheitsverläufe besser zu verstehen, Therapien gezielter zu entwickeln und Behandlungen individueller auf Patienten abzustimmen. Die Forschenden sehen darin einen wichtigen Schritt hin zu einer präziseren Diagnostik und Therapie neurodegenerativer Erkrankungen.

Original Paper:

The PET tracer [11C]MODAG-005 targets alpha-synuclein aggregates in the brain | Science Translational Medicine


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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