Nachwuchsförderung in der Kardiochirurgie: Umgang mit der Herz-Lungen-Maschine
Perfusionistinnen und Perfusionisten sind unverzichtbare Spezialisten bei großen Herzoperationen. Am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW) in Bad Oeynhausen erhalten derzeit 28 Studierende der Fachhochschule Münster eine praxisnahe Ausbildung in diesem anspruchsvollen Berufsfeld.
In einem dreiwöchigen Intensivseminar vermitteln die Lehrbeauftragten Christian Klüß und Tom Althaus sowie weitere Experten aus Anästhesie, Chirurgie und Kardiologie zentrale Inhalte der Perfusiologie. Die Teilnehmenden lernen sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Anwendungen der Herz-Lungen-Maschine kennen – von speziellen Perfusionstechniken über Biokompatibilität bis hin zu komplexen kathetergestützten Verfahren, Kunstherzsystemen und modernen Herz- und Lungenersatzverfahren.

Die Ausbildung erfolgt nach europaweit einheitlichen Standards des European Board of Cardiovascular Perfusion und ist Bestandteil eines viersemestrigen Hochschulzertifikatskurses sowie eines fünfsemestrigen Masterstudiengangs. Das HDZ NRW ist als Kooperationspartner der Fachhochschule Münster eng eingebunden.
„Kardiochirurgische und interventionelle Verfahren sind in den vergangenen Jahren deutlich anspruchsvoller und komplexer geworden – das spiegelt sich auch in der Ausbildung wider“, erklärte Christian Klüß. Abteilungsleiter Markus Rudloff betonte, dass es in Deutschland nur wenige Ausbildungsmöglichkeiten in der Perfusiologie gebe. Das HDZ NRW wolle daher gezielt qualifizierten Nachwuchs fördern und auf dieses wichtige Berufsbild aufmerksam machen.
Das HDZ NRW zählt mit rund 43.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr zu den größten und modernsten Zentren für Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen in Europa. In der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie unter Leitung von Prof. Dr. Jan Gummert werden jährlich etwa 3.500 Eingriffe am Herzen und den herznahen Gefäßen durchgeführt. Das Zentrum ist deutschlandweit führend bei Herzklappenoperationen, Herztransplantationen und der Implantation von Herzunterstützungssystemen.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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