Oxytocin steigt bei Rivalität und Gruppenwettbewerben besonders stark an – vor allem bei Männern

von | Mai 6, 2026 | Forschung, Gesundheit

Das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin wird nicht nur bei Nähe und Bindung ausgeschüttet, sondern auch bei Wettbewerben und Rivalität. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Universität Zürich unter Leitung von Charlotte Debras und Adrian Jaeggi vom Institut für Evolutionäre Medizin.

Die Forschenden untersuchten den Oxytocinspiegel bei der indigenen Bevölkerung der Tsimane im bolivianischen Amazonasgebiet während organisierter Fußballturniere. Dabei wurde der Hormonspiegel im Urin vor und nach den Spielen gemessen. Der stärkste Anstieg zeigte sich bei Begegnungen gegen bekannte Rivalen. Bei Spielen zwischen verschiedenen Gemeinschaften war der Anstieg geringer, bei Partien gegen Nicht-Tsimane hingegen wieder deutlich höher.

Oxytocin ist auch bei Gruppenwettbewerben von Bedeutung. Nach Spielen gegen bekannte Rivalen stieg der Oxytocin-Spiegel am stärksten an. | Quelle: UZH | Copyright: UZH
Oxytocin ist auch bei Gruppenwettbewerben von Bedeutung. Nach Spielen gegen bekannte Rivalen stieg der Oxytocin-Spiegel am stärksten an. | Quelle: UZH | Copyright: UZH

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Der Oxytocin-Anstieg war ausschließlich bei Männern zu beobachten, bei Frauen blieb er aus. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler führen dies unter anderem auf evolutionäre Unterschiede zurück. Männer seien stärker in körperliche Gruppenwettbewerbe eingebunden, während Konkurrenz bei Frauen eher im sozialen Bereich stattfinde.

Die Ergebnisse legen nahe, dass Oxytocin eine wichtige Rolle bei der Stärkung des Zusammenhalts innerhalb der eigenen Gruppe und bei der Abgrenzung gegenüber anderen spielt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht.

Original paper:

OSF | Us against Them: Oxytocin Response to Competition in a Small-Scale Human Society


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

Gender-Hinweis. Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich immer gleichermaßen auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Doppel/Dreifachnennung und gegenderte Bezeichnungen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.

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