Wassermanagement in der klinischen Diagnostik: Die unterschätzte Ressource
Reinstwasser kommt nicht einfach „aus dem Hahn“: In der Routine hängt die Zuverlässigkeit vieler Analysensysteme von stabiler CLRW-Qualität ab. Wer Schwankungen, Ausfälle und hohe Folgekosten vermeiden will, sollte Bedarf, Uptime, Service und Betriebskosten früh klären – und den richtigen Partner wählen.
“Water is life’s matter and matrix, mother and medium. There is no life without water.”
Albert Szent-Györgyi
Strom kommt aus der Steckdose – und Wasser aus dem Wasserhahn. Im klinischen Labor ist es jedoch nicht so einfach: Reinstwasser ist eine kritische Ressource. Präzise Ergebnisse in klinischer Chemie, Hämatologie oder Immunologie setzen eine konstante Wasserqualität nach CLRW (Clinical Laboratory Reagent Water) voraus. CLRW für Analysegeräte ist durch definierte Anforderungen an ionische, organische und mikrobiologische Verunreinigungen sowie an die Partikelrückhaltung charakterisiert: Resistivität >10 MΩ cm bei 25 °C, TOC <500 ppb, <10 KBE/ml und 0,2-µm-Endfiltration oder feiner.
Im Routinebetrieb zählt vor allem eins: teure Ausfälle vermeiden und den Aufwand rund um die Reinstwasserversorgung so gering wie möglich halten. Typische Herausforderungen sind:
- schwankende Qualitäten bei der Einhaltung des CLRW-Standards
- Ausfälle, die den Routinebetrieb unterbrechen
- hohe Interaktionsraten (z. B. häufige Wechsel von Verbrauchsmaterialien), die Personal binden
- überproportionale Betriebskosten durch Verbrauchsmaterial, Wartung und Reparaturen
Diese Szenarien kommen in der Praxis leider vor – lassen sich aber mit der richtigen Auslegung, einer hochwertigen Reinstwasseranlage und einem belastbaren Servicekonzept deutlich reduzieren. Hilfreich ist, wenn ein Anbieter nicht nur „Technik liefert“, sondern das Wassermanagement als Teil der Qualitätsstrategie versteht.
Aus unserer Sicht sollte ein guter Partner mitbringen:
- Langjährige Erfahrung und nachweisbare Referenzen in der Reinstwasserversorgung für die klinische Diagnostik.
- Hygienisch ausgelegte Reinstwasseranlagen mit kontinuierlicher Rezirkulation, die eine stabil hohe CLRW-Qualität unterstützen und Stagnation sowie Biofilmrisiken minimieren – denn Biofilm kann Analysegeräte belasten und Messergebnisse beeinflussen.
- Skalierbare, modulare Konzepte, passend zur Laborgröße:
– dezentral direkt am Analysengerät im Labor, z. B. mit der MEDICA™, oder
– zentral über die Hausversorgung für größere Volumina, z. B. mit der CENTRA™. - Vor-Ort-Begehung inklusive Wasserbeprobung, damit Auslegung, Vorbehandlung und Kapazität zum Speisewasser und Laborautomation passen.
- Ein dichtes herstellereigenes Servicenetz mit planbaren Wartungen, kurzen Reaktionszeiten und schnellen Reparaturen.
- Verlässlicher Support im Ernstfall, idealerweise mit 24/7-Rufbereitschaft und klaren Eskalationswegen.
Neben der Versorgung mit Reinstwasser wird das Thema Abwasser in der klinischen Analytik spürbar relevanter. Mit der überarbeiteten EU-Kommunalabwasserrichtlinie (Richtlinie (EU) 2024/3019) steigen die Erwartungen an den Gewässerschutz und den Umgang mit Schadstoffen einschließlich Mikroschadstoffen. Die Richtlinie ist seit 1. Januar 2025 in Kraft und muss bis spätestens 31. Juli 2027 in nationales Recht umgesetzt werden.
In der Praxis wirken sich strengere Vorgaben für Labore häufig über lokale Einleitbedingungen und Auflagen der Abwasserbetriebe aus. Deshalb empfehlen wir, die Einleitung vom Abwasser frühzeitig und eng mit den Kommunen bzw. zuständigen Entsorgern abzustimmen (z. B. Grenzwerte, Dokumentation, Sammel-/Entsorgungswege).
Technisch gibt es die Möglichkeit, Abwasser bereits an der Quelle zu behandeln: Lösungen wie MEDICA™ BIOX werden direkt am Analysegerät angeschlossen und zielen darauf ab, Mikro-/Nanoplastik im anfallenden Abwasser zu reduzieren. Für Labore mit zentraler Sammlung kann zudem eine Volumenreduktion sinnvoll sein: Vakuum-Verdampfungssysteme wie Evaled™ trennen typischerweise in Destillat und Konzentrat; das Konzentrat liegt häufig nur bei ca. 5–10 % des ursprünglichen Abwasservolumens – was Entsorgungsaufwand und Kosten für flüssige Abfälle deutlich senken kann.
Wenn Sie sich in der Planungsphase eines neuen Labors befinden oder Ihr bestehendes Wassermanagement bewerten möchten, schreiben Sie uns gerne an. Als Dokument zur Nachlese teilen wir außerdem gerne unseren „Clinical Buyer’s Guide – Choosing the right water purification system for clinical diagnostics“ (PDF, engl.).

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