Sensation: Universelles Blutplasma für alle Blutgruppen bekommt PEI-Zulassung
Ein Forschungsteam der Universitätsmedizin Greifswald hat ein universell einsetzbares Blutplasma für alle Blutgruppen entwickelt. Das Verfahren wurde vom Paul-Ehrlich-Institut als Bundesoberbehörde für Arzneimittel zugelassen und soll künftig Engpässe in der Notfallversorgung verringern.
Plasmatransfusionen sind eine Standardbehandlung bei Patienten mit hohem Blutverlust. Bisher müssen die Konserven zur Blutgruppe des Patienten passen. Krankenhäuser müssen daher Vorräte aller Blutgruppen bereithalten. Besonders in Notfällen mit unbekannter Blutgruppe kann dies zu Verzögerungen führen.
Das neue Greifswalder Plasma, „Gefrorenes Isoagglutinin-abgereichertes Frischplasma“, wird durch Entfernung der problematischen Antikörper (Isoagglutinine) aus Plasma der Blutgruppen A, B und 0 hergestellt. Die Antikörper werden an wenige rote Blutzellen gebunden und anschließend gemeinsam mit diesen aus dem Plasma entfernt. Das Ergebnis ist ein universell kompatibles Plasma.
Bisher gab es weltweit nur ein weiteres Verfahren dieser Art. Das Greifswalder Verfahren ist nach Angaben der Entwickler deutlich schneller und kostengünstiger. Es soll vor allem in der Notfallmedizin bei unbekannter Blutgruppe eingesetzt werden und die Verfügbarkeit von Plasma verbessern.

Plasma der Blutgruppe AB ist von Natur aus universell einsetzbar, da es keine Antikörper enthält. Mit einem Anteil von nur etwa vier Prozent in der Bevölkerung ist es jedoch sehr selten.
„Wir wollen Engpässe besonders im Notfall vermeiden“, erklärte Konstanze Aurich vom Institut für Transfusionsmedizin der Unimedizin Greifswald, und: “Von der Bundesoberbehörde für Arzneimittel, dem Paul-Ehrlich-Institut, haben wir nun die Zulassung erhalten und können mit dem universellen Plasma jetzt sehr schnell Patienten in Notfällen versorgen “. Die Universitätsmedizin bereitet nun die Einführung des Verfahrens in den Routinebetrieb vor.
Prof. Karlhans Endlich, Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald, bezeichnete das Verfahren als einfach, günstig und mit großem Potenzial für die Notfallversorgung weltweit.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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