Krankenhausreform bedroht Krebspatienten

von | März 30, 2026 | Forschung, Gesundheit, Politik

Deutsche Krebshilfe, Deutsche Krebsgesellschaft und Deutsches Krebsforschungszentrum haben nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Anpassung der Krankenhausreform (KHAG) im Bundesrat vor erheblichen Risiken für die onkologische Versorgung in Deutschland gewarnt. Erweiterte Ausnahmeregelungen und verlängerte Übergangsfristen würden die angestrebte Konzentration komplexer Krebsbehandlungen in spezialisierten Strukturen behindern.

Die drei Organisationen raten Krebspatienten, sich gezielt für eine Behandlung in zertifizierten Krebszentren und Comprehensive Cancer Centern (CCC) zu entscheiden. Dort erfolge die Therapie nach klaren Qualitätsvorgaben, was die Chancen auf Heilung verbessere.

Symbolbild. Credits: Alain Fraichette/Pexels
Symbolbild. Credits: Alain Fraichette/Pexels

Die Verbände weisen darauf hin, dass Studien belegen, wie eine Behandlung in zertifizierten Zentren nicht nur die Überlebenschancen erhöht, sondern auch das Gesundheitssystem finanziell entlastet. Eine Ausweitung von Ausnahmen bei Qualitätsvorgaben lasse komplexe Krebstherapien weiterhin in nicht spezialisierten Kliniken zu und konterkariere damit die Ziele der Reform.

Forschungsergebnisse zeigten, dass Faktoren wie hohe Fallzahlen, interdisziplinäre Teams und strukturierte Qualitätssicherung die Prognose von Krebspatienten maßgeblich verbessern. Eine Reform, die zu viele Ausnahmen zulasse, verwässere diese evidenzbasierten Standards und zementiere bestehende Qualitätsunterschiede.

Derzeit werde etwa die Hälfte aller Krebspatienten in Deutschland nicht in zertifizierten Zentren behandelt. Die Organisationen betonen, dass eine konsequente Konzentration komplexer Therapien in spezialisierten Einrichtungen notwendig sei, um Spitzenmedizin flächendeckend zu stärken statt sie zu relativieren.

Die Verbände appellieren an Betroffene, den Behandlungsort nicht allein nach räumlicher Nähe zu wählen, sondern bewusst qualitätszertifizierte Zentren zu bevorzugen.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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