Bundesweites Intensivregister RAPID gestartet
Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen haben im gemeinsam mit Kollegen der Universitätsmedizin Greifswald und weiterer Universitätsklinika das Projekt RAPID gestartet. Das Vorhaben gehört zum Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) und zielt auf den Aufbau eines bundesweiten Registers ab, in dem Routinedaten aus der Erwachsenen- und Kinderintensivmedizin erstmals zentral zusammengeführt werden. Das soll Forschung, Qualitätsverbesserung und Krisenmanagement erheblich erleichtern.
RAPID steht für „Registry of Adult and Pediatric Intensive Care Data“. Das Register ermöglicht es, Intensivdaten aus ganz Deutschland automatisiert und nahezu flächendeckend zu erfassen. PD Dr. Nora Bruns von der Klinik für Kinderheilkunde I des Universitätsklinikums Essen und Prof. Dr. Falk von Dincklage von der Universitätsmedizin Greifswald leiten das Projekt gemeinsam. Besonders in der Kinderintensivmedizin fehle bislang eine belastbare Datengrundlage, um Behandlungsqualität verlässlich zu messen und zu verbessern, erklärt Bruns
Die Daten bleiben dezentral an den jeweiligen Klinikstandorten gespeichert und werden föderiert über standardisierte Schnittstellen aus den Intensiv-Informationssystemen abgerufen – ohne zusätzliche manuelle Dokumentation. Dadurch entsteht ein umfassendes, aktuelles Bild der intensivmedizinischen Versorgung in Deutschland.

Ein zentraler Fokus liegt auf der Qualitätsmessung. Die Wissenschaftler untersuchen, wie etablierte Indikatoren – etwa die Verweildauer im Krankenhaus – mit Behandlungsergebnissen zusammenhängen. Solche Analysen ermöglichen Vergleiche zwischen Kliniken und helfen, Best-Practice-Ansätze zu identifizieren. Das Register soll zudem frühzeitig Entwicklungen erkennen und Ressourcen in Krisensituationen gezielter einsetzen lassen.
Das Projekt wird in der dritten Förderphase des NUM mit insgesamt rund 2,8 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt über knapp drei Jahre unterstützt. Davon erhält das Team in Essen etwa 330.000 Euro.
Das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) vereint erstmals alle 37 deutschen Universitätsmedizin-Standorte für große interdisziplinäre klinische Forschungsprojekte. Ursprünglich zur Koordination der COVID-19-Forschung gegründet, hat das NUM mittlerweile spezialisierte Infrastrukturen für die gemeinsame Erhebung und Nutzung komplexer medizinischer Daten im klinischen Alltag aufgebaut.
Weitere Informationen:
RAPID | Netzwerk Universitätsmedizin
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
Gender-Hinweis. Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich immer gleichermaßen auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Doppel/Dreifachnennung und gegenderte Bezeichnungen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.




