Hirnhautentzündung: DGN mahnt zur Meningokokken-Impfung
Angesichts aktueller Meningitisfälle in Südengland erinnert die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) an die lebensbedrohliche Gefahr einer Meningokokken-Infektion und die entscheidende Rolle der Impfung. Die Erkrankung führt rasch zu einer Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns und kann schwere Spätfolgen wie Sehstörungen, Hörverlust, Lähmungen oder Demenz nach sich ziehen. Unbehandelt endet sie häufig tödlich.
Bei Verdacht gelte wie beim Schlaganfall der Grundsatz „Time is Brain“: Je früher die Therapie einsetze, desto besser die Überlebenschancen ohne bleibende Schäden. Typische Frühsymptome ähnelten zunächst einem grippalen Infekt, doch bei Bewusstseinsstörungen, epileptischen Anfällen oder neurologischen Ausfällen müsse sofort die Notrufnummer 112 gewählt werden. In der Notaufnahme werde nach Blut- und Liquoruntersuchung – gegebenenfalls nach einer Computertomographie – unverzüglich mit Antibiotika behandelt, oft noch vor der endgültigen Diagnose. Auch Kontaktpersonen erhielten sofort eine vorbeugende Antibiotikagabe.

Die Inzidenz der bakteriellen Meningitis sei in Europa in den vergangenen 30 Jahren deutlich gesunken – von 6,37 auf 1,58 Fälle pro 100.000 Einwohner. Die DGN führt dies auch auf die Hygienemaßnahmen während der Corona-Pandemie zurück. Dennoch warne die Gesellschaft vor einer erneuten Zunahme durch nachlassende Impfbereitschaft.
Die Impfung gegen Meningokokken schütze nicht nur den Einzelnen, sondern könne bei ausreichend hoher Durchimpfungsrate den Erreger sogar vollständig aus der Bevölkerung verdrängen. Die DGN rät daher dringend zur Einhaltung der aktuellen STIKO-Empfehlungen des Robert Koch-Instituts.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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