Neues Biobank-Großlager in Heidelberg
Auf dem Heidelberger Medizin-Campus ist am 17. März 2026 das neue Probengroßlager der Heidelberg Cell and Liquid Biobank (CLB) eingeweiht worden. Die hochmoderne Anlage kann mehr als fünf Millionen Patientenproben automatisiert und unter strengsten Qualitätsstandards einlagern. Sie dient als zentrale Infrastruktur für die patientenorientierte Forschung an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg.
In zwei Systemen werden Zell- und Flüssigproben wie Blut, Plasma, Serum, Urin, Liquor und Immunzellen archiviert: bis zu 240.000 Proben bei minus 196 Grad Celsius in Kryokonservierung und bis zu 2,6 Millionen bei minus 80 Grad Celsius – erweiterbar auf 5,2 Millionen. Das Lager befindet sich im Untergeschoss des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg. Der reguläre Betrieb läuft bereits; bei der Feier wurden symbolisch Proben eingelagert.

Die CLB entstand aus bestehenden Strukturen am NCT und der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD). Sie wird schrittweise zur zentralen Ressource für den gesamten Campus ausgebaut. Finanziert wurde sie durch Mittel der Dietmar Hopp Stiftung (1,36 Millionen Euro allein für das Kryosystem), des baden-württembergischen Wissenschaftsministeriums sowie Eigenmittel der Fakultät und des UKHD.
Alle Prozessschritte – von Einwilligung und Pseudonymisierung über Aufbereitung bis zur Ausgabe – werden lückenlos in einem Laboratory-Information-Management-System (LIMS) dokumentiert. Jede Probe ist rund um die Uhr nachverfolgbar und temperaturüberwacht. Die Automatisierung hält Temperaturen auch beim Entnehmen stabil, ersetzt viele dezentrale Gefrierschränke und spart Energie. So entstehen zusätzliche Laborflächen und höhere Lagerkapazität.
Dekan Prof. Dr. Michael Boutros bezeichnete die Biobank als strategisches Zukunftsinvestment für den Forschungsstandort Heidelberg und starke nationale wie internationale Partnerschaften. Projektleiter Prof. Dr. Carsten Müller-Tidow hob hervor, dass hochwertige, verlässliche Proben das Fundament moderner Medizin bilden. Automatisierung garantiere Geschwindigkeit, gleichbleibende Qualität und maximale Sicherheit für reproduzierbare Forschung.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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