THRIVE-Modul: StellarHeal-Wundversorgung im All gestartet

von | März 13, 2026 | Nicht kategorisiert

Am 12. März 2026 ist eine REXUS-Forschungsrakete vom schwedischen Esrange Space Center in die Stratosphäre gestartet. An Bord befand sich das THRIVE-Modul mit Komponenten des zellbasierten Wundversorgungsmaterials StellarHeal, das von Forschenden aus Würzburg, Hannover und Dresden entwickelt wird. Das Experiment soll prüfen, ob die innovativen Materialien und Zellen einen Raketenstart und die damit verbundenen Belastungen überstehen – ein entscheidender Schritt für mögliche Anwendungen im Weltraum.

StellarHeal kombiniert eine blutstillende, vollständig bioresorbierbare Fasermatrix mit lebenden Hautzellen und Makrophagen. Das System soll Blutungen schnell stoppen, Infektionen bekämpfen, übermäßige Narbenbildung verhindern und ohne Verbandswechsel auskommen. Es ist strahlungsresistent und flexibel anpassbar. Entwickelt wird es für die besonderen Herausforderungen der Raumfahrt: Schwerelosigkeit stört Zellorganisation und -wachstum, kosmische Strahlung schwächt das Immunsystem. Verzögerte Heilung, Infektionsrisiken und Narbenbildung können die Folge sein. Astronautinnen und Astronauten müssen sich zudem einfach und effizient selbst versorgen können.

Dr. Dieter Groneberg, Dr. Bastian Christ und Prof. Nico Lachmann bei der Präsentation von StellarHeal auf der Auftaktveranstaltung zum Gedenkjahr „200 Jahre Josef v. Fraunhofer“ am 25. Februar 2026 in Berlin | Quelle: Tom Maelsa | Copyright: Fraunhofer-Gesellschaft 

Am Projekt beteiligt sind das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC (Würzburg), das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM (Hannover) sowie das Institut für Luft- und Kältetechnik ILK (Dresden). Das Fraunhofer ISC entwickelt Hautorganoide und das Kieselgelfaservlies als Trägermaterial. Das Fraunhofer ITEM stellt Immunzellen (Makrophagen) aus Stammzellen her, das ILK Dresden ein kryoprotektives Trägergel für die Konservierung und Applikation der Zellen.

Das THRIVE-Experiment (Tissue Healing Research In-flight Viability Experiment) testet ein speziell entwickeltes, aktiv gekühltes Transportmodul. Es schützt empfindliche organische und anorganische Komponenten vor thermischen und mechanischen Belastungen während des Flugs, zeichnet Beschleunigungen und Temperaturen auf und ermöglicht die Analyse nach der Rückkehr. Ein Probensatz fliegt ins All, ein zweiter dient als Bodenkontrolle. Ziel ist es, Veränderungen durch den Raketenstart von solchen durch die Raumfahrtbedingungen zu unterscheiden.

Das REXUS-Programm bietet europäischen Studierenden die Möglichkeit, Experimente unter realen Raketenbedingungen durchzuführen. Für THRIVE waren die technische Assistentin Ingrid Gensch (Fraunhofer ITEM) sowie die Masteranden Markus Münig (Fraunhofer ISC) und Jonas Pfister (TH Würzburg-Schweinfurt) beteiligt.

Nach der Rückkehr der Rakete sollen die Proben ausgewertet werden. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für weitere Entwicklungsarbeiten an StellarHeal – mit Potenzial nicht nur für den Weltraum, sondern auch für die Behandlung chronischer Wunden auf der Erde.

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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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