mio42-Update: Fortschritte bei Laborbefunden, Patientenkurzakte und europäischer Harmonisierung
Die mio42 GmbH hat in einem aktuellen Newsletter ein Update zu laufenden Projekten im Bereich medizinischer Interoperabilität gegeben. Im Fokus stehen die Weiterentwicklung des MIO Laborbefund, die Überarbeitung der Patientenkurzakte (PKA) sowie die Ausrichtung auf europäische Standards im Kontext des European Health Data Space (EHDS).
Beim MIO Laborbefund wird der Übergang von dokumentenbasierten zu servicebasierten Strukturen in der elektronischen Patientenakte (ePA) vorbereitet. Gemeinsam mit gematik und Partnern aus der Interoperabilitäts-Community entsteht ein Ansatz, der strukturierte Labordaten ermöglicht – inklusive systemübergreifender Verläufe, Kumulativansichten und gezielter Wertnutzung. Kern ist die einheitliche Codierung mit LOINC im Einklang mit EHDS-Vorgaben. Zur Unterstützung der Labore entwickelt mio42 eine praxisnahe LOINC-Mapping-Starthilfe mit etwa 2.000 Alltagsuntersuchungen sowie eine fokussierte Kernliste mit rund 100 relevanten Parametern (u. a. kleines Blutbild, Basisdiagnostik). Parallel engagiert sich das Unternehmen in europäischen HL7-Working Groups und bei MyHealth@EU, um Doppelarbeit zu vermeiden und ePA-Inhalte perspektivisch grenzüberschreitend nutzbar zu machen. Zukünftige Ausbaustufen umfassen Spezialisierungen wie Mikrobiologie und Pathologie in Kooperation mit RKI und Medizininformatik-Initiative.

Die Patientenkurzakte (PKA) wird dem Mio42-Update zufolge grundlegend überarbeitet. Die erste Version von Juli 2023 orientierte sich am Notfalldatenmanagement und war als separate Anwendung geplant. Durch DigiG-Gesetzgebung und die neue ePA-Infrastruktur (FHIR-basiert, serviceorientiert) wird die PKA nun fest in die ePA integriert. Gleichzeitig gewinnt die EHDS-Verordnung (verpflichtender European Patient Summary ab 2029 in Deutschland) an Bedeutung; Durchführungsrechtsakte werden 2027 erwartet. mio42 analysiert Gründe für die bisher geringe Nutzung der PKA und Notfalldaten im Versorgungsalltag und stimmt sich mit gematik, Anwendergruppen und KBV ab. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Inhalte praxistauglich, nutzbar und europäisch relevant sind.
Bei Diagnosen in der ePA betont mio42, dass reine Strukturierung allein keinen Mehrwert schafft. Diagnosen sind dynamisch und erfordern fachliche Differenzierung. Im Rahmen der MIO-Arbeiten zu PKA und Krankenhaus-Entlassbrief wird geprüft, welche Diagnoseinformationen wirklich essenziell sind. Ein MIO-Check-Up zu diesem Thema ist verfügbar.
mio42 unterstützt die Aktion #mitmachen der gematik, die Feedback aus dem Praxis- und Klinikalltag einholt, um Telematikinfrastruktur-Lösungen nutzerorientiert weiterzuentwickeln. Akzeptanz entstehe durch tatsächlichen Nutzen und Verständlichkeit, nicht durch Vorgaben.
Das Unternehmen ist in sozialen Netzwerken (LinkedIn, YouTube) aktiv und veröffentlicht dort regelmäßig Updates sowie Stellenangebote. Weitere Informationen unter mio42.de.
Weitere Informationen:
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Labormedizin: Jakob Adler zu ePA und MIO-Laborbefund – MedLabPortal
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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