Essener Forschungsteam entschlüsselt, wie Puumala-Virus Zellen umbaut

von | März 10, 2026 | Forschung, Gesundheit

Ein Team der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen hat detailliert untersucht, wie das Puumala-Virus, ein in Europa verbreitetes Orthohantavirus, die innere Architektur infizierter menschlicher Zellen verändert, um sich dort zu vermehren. Die Studie ist im Journal of General Virology erschienen.

Orthohantaviren wie das Puumala-Virus lösen grippeähnliche Beschwerden aus, können aber auch zu schweren Nierenschäden führen und gelten als wachsende zoonotische Bedrohung. Die Essener Forschenden nutzten hochauflösende, mehrfarbige RNA-Mikroskopie kombiniert mit Immunfluoreszenz, um die Lokalisation viraler RNA und Virusproteine sowie deren Interaktion mit zellulären Strukturen sichtbar zu machen.

Das Essener Forschungsteam (v. l. n. r.): Dr. Roland Schwarzer, Dr. Hannah S. Schwarzer-Sperber und Doktorandin Tina Dluzak von der Arbeitsgruppe Schwarzer des Instituts für die Erforschung von HIV und AIDS-assoziierten Erkrankungen | Quelle: (c) Dr. Roland Schwarzer | Copyright: (c) Dr. Roland Schwarzer
Das Essener Forschungsteam (v. l. n. r.): Dr. Roland Schwarzer, Dr. Hannah S. Schwarzer-Sperber und Doktorandin Tina Dluzak von der Arbeitsgruppe Schwarzer des Instituts für die Erforschung von HIV und AIDS-assoziierten Erkrankungen | Quelle: (c) Dr. Roland Schwarzer | Copyright: (c) Dr. Roland Schwarzer

Nach der Infektion nimmt die Zahl der RNA-Verarbeitungszentren (P-bodies) deutlich zu; diese verlagern sich zudem an den Zellrand. Gleichzeitig reorganisiert sich das Zytoskelett: Aktinfilamente und Mikrotubuli werden umgebaut und treten verstärkt um den Zellkern auf. Die Autoren vermuten, dass das veränderte Zytoskelett dem Virus nutzt, um die zelluläre Infrastruktur für seine Replikation auszunutzen. Die Anreicherung und Verlagerung der P-bodies könnte hingegen eine Abwehrreaktion der Wirtszelle darstellen, um virale RNA abzubauen.

Die Erkenntnisse vertiefen das Verständnis der Wirt-Virus-Interaktion bei Orthohantaviren. Langfristig könnten sie neue Angriffspunkte für antivirale Therapien eröffnen.

Original paper:

Remodelling of P-bodies and the cytoskeleton by Orthohantavirus puumalaense (Puumala virus) | Microbiology Society


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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