Klinische Raman-Spektroskopie: Jürgen Popp erhält Ellis R. Lippincott Award 2026

von | Feb. 24, 2026 | Forschung, Gesundheit

Der Biophotonik-Forscher Prof. Jürgen Popp, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) und Professor für Physikalische Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, ist mit dem Ellis R. Lippincott Award 2026 ausgezeichnet worden. Die internationale Ehrung wird gemeinsam von Optica, der Coblentz Society und der Society for Applied Spectroscopy vergeben.

Die Fachgesellschaften würdigen Popp für seine maßgeblichen Beiträge zur translationalen klinischen Raman-Spektroskopie. Er hat entscheidend dazu beigetragen, die Raman-Spektroskopie als leistungsfähige analytische Methode in der biomedizinischen Forschung zu etablieren und für den klinischen Einsatz weiterzuentwickeln. Unter seiner Leitung wurden laserbasierte Spektroskopie- und Bildgebungsverfahren systematisch mit ihrer Überführung in diagnostische und therapeutische Technologien verknüpft.

Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der Infektionsforschung, Onkologie und Präzisionsmedizin. Besonders Raman-basierte Ansätze wurden zu Werkzeugen für labelfreie Echtzeitdiagnostik ausgebaut. Der Ellis R. Lippincott Award, seit 1975 vergeben, zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Schwingungsspektroskopie und ehrt Persönlichkeiten, deren Arbeiten die Forschung international nachhaltig beeinflusst haben. Die Verleihung ist für Oktober 2026 auf der Fachkonferenz SciX in Sparks, Nevada (USA), geplant.

Prof. Jürgen Popp (links), Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien und Direktor des Instituts für Physikalische Chemie der Universität Jena, mit Dr. Tobias Meyer-Zedler vom Leibniz-IPHT. | Quelle: Sven Döring | Copyright: Leibniz-IPHT
Prof. Jürgen Popp (links), Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien und Direktor des Instituts für Physikalische Chemie der Universität Jena, mit Dr. Tobias Meyer-Zedler vom Leibniz-IPHT. | Quelle: Sven Döring | Copyright: Leibniz-IPHT

Die Auszeichnung folgt unmittelbar auf eine weitere internationale Ehrung: Im Januar 2026 hatte die SPIE Popp mit dem Biophotonics Technology Innovator Award bedacht. Gewürdigt wurden dort seine Verdienste um die technologische Weiterentwicklung photonischer Diagnostik und deren Transfer in die Klinik, etwa bei intraoperativer Tumorerkennung und schneller Infektionsdiagnostik.

Popp leitet das Leibniz-IPHT seit 2006 und hat das Institut zu einem international sichtbaren Zentrum für photonische biomedizinische Technologien ausgebaut. Von Jena aus initiierte er zahlreiche strategische Partnerschaften, darunter enge Kooperationen mit dem Universitätsklinikum Jena sowie transatlantische Verbünde wie das 2024 gestartete Center for Biophotonic Technology and Artificial Intelligence (CeBAI) mit der University at Albany (SUNY) und die Jena-Davis Alliance of Excellence in Biophotonics mit der University of California, Davis.

Weitere Initiativen wie der Karriere-Workshop „Women in Photonics“ dienen der internationalen Vernetzung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und der Stärkung des Standorts Jena. Popp setzte zudem zentrale Impulse beim Aufbau des entstehenden Leibniz-Zentrums für Photonik in der Infektionsforschung (LPI).

Die doppelte internationale Anerkennung unterstreicht die wachsende Bedeutung translationaler Biophotonik für die medizinische Diagnostik und Therapieentwicklung.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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