BFRT Fitness: Vorteile des Blutflussrestriktionstrainings bei Typ-2-Diabetes

von | Feb. 5, 2026 | Forschung, Gesundheit

Blutflussrestriktionstraining (BFRT) mit geringen Gewichten verbessert bei Menschen mit Typ-2-Diabetes die Muskelkraft ebenso effektiv wie klassisches Krafttraining mit hohen Belastungen. Gleichzeitig reduziert es gezielt viszerales Bauchfett, steigert die mitochondriale Leistungsfähigkeit der Muskelzellen und fördert die Bildung neuer Blutgefäße. Dadurch sinkt das Risiko für diabetesbedingte Folgeerkrankungen. Die Ergebnisse einer randomisierten Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Cell Metabolism veröffentlicht.

Krafttraining verbessert bei Typ-2-Diabetes die Muskelfunktion, die Blutzuckerkontrolle und die kardiovaskuläre Gesundheit. Hohe Gewichte sind jedoch für viele Betroffene – etwa bei altersbedingter Muskelschwäche, Übergewicht oder geringer Belastbarkeit – schwer umsetzbar. BFRT nutzt aufblasbare Manschetten an den Oberschenkeln, um den venösen Blutabfluss vollständig und den arteriellen Zufluss um bis zu 80 Prozent zu reduzieren. Dadurch entsteht trotz Trainingsgewichten von nur etwa 30 Prozent der individuellen Maximalkraft ein starker Reiz für Muskelanpassungen.

In der Studie trainierten 20 Teilnehmende mit Typ-2-Diabetes über zwölf Wochen dreimal wöchentlich am DDZ – entweder mit BFRT oder klassischem Krafttraining. Beide Gruppen erreichten vergleichbare Zuwächse an Muskelkraft. Zusätzlich sanken Ruhepuls, Blutdruck und Körpergewicht; das Fettgewebe nahm ab. Der entscheidende Unterschied lag in der Fettverteilung: Während klassisches Krafttraining vorwiegend subkutanes Fett reduzierte, verringerte BFRT signifikant das viszerale Fettgewebe um die inneren Organe. Viszerales Fett setzt entzündungsfördernde Stoffe frei, verschlechtert die Insulinwirkung und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Beim BFRT wird der venöse Blutfluss wird vollständig unterbunden, der arterielle Blutzufluss wird um bis zu 80 Prozent reduziert. | Copyright: DDZ
Beim BFRT wird der venöse Blutfluss wird vollständig unterbunden, der arterielle Blutzufluss wird um bis zu 80 Prozent reduziert. | Copyright: DDZ 

Darüber hinaus verbesserte BFRT die Funktion und Zahl der Mitochondrien in den Muskelzellen, was den Stoffwechsel von Glukose und Fetten optimiert. Die Methode förderte zudem die Angiogenese, also die Neubildung kleiner Blutgefäße, was die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Muskulatur steigert und die Glukoseaufnahme erleichtert.

Viele Teilnehmende berichteten von gesteigerter Alltagsbelastbarkeit und Kraft. Mehr als die Hälfte meldete sich nach Studienende in einem Fitnessstudio an, um mit regulärem Krafttraining fortzufahren.

BFRT erfordert spezielles Equipment und professionelle Anleitung; eine ärztliche Abklärung vor Beginn ist erforderlich. Die Methode ist derzeit nur begrenzt verfügbar. Klassisches Krafttraining bleibt breit zugänglich und effektiv, wenn ausreichend hohe Belastungen möglich sind. Beide Ansätze besitzen spezifische Stärken und können je nach individueller Situation kombiniert oder als Alternative eingesetzt werden. BFRT bietet insbesondere für körperlich weniger belastbare Menschen mit Typ-2-Diabetes eine vielversprechende Option.

Original Paper:

Blood-flow restriction resistance training improves skeletal muscle mitochondrial capacity and cardiovascular risk factors in type 2 diabetes – ScienceDirect


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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