DKK3 im Urin: Frühwarnsystem der Nierenschädigung

von | Juli 29, 2025 | Corporate News

Dickkopf-3 (DKK3) ist ein innovativer Biomarker, der eine beginnende oder fortschreitende Nierenschädigung bereits anzeigt, wenn klassische Laborwerte wie Serum-Kreatinin oder Albumin im Urin noch unauffällig sind. Der DKK3-Wert hilft außerdem dabei, das individuelle Progressionsrisiko frühzeitig zu erkennen und den Verlauf einer CKD (Chronic Kidney Disease) gezielter zu beurteilen. 

DKK3 als Frühindikator in der Nephrologie 

Chronische Nierenerkrankungen entwickeln sich oft schleichend. Eine Einschränkung der glomerulären Filtrationsrate (eGFR) oder eine Albuminurie liegen meist erst vor, wenn die strukturelle Schädigung bereits fortgeschritten ist. Mit DKK3 steht nun ein Biomarker zur Verfügung, der tubulären Stress zuverlässig abbildet und früh auf eine aktive Nierenschädigung hinweist. 

Stufendiagnostik bei Verdacht auf eine akute oder fortschreitende chronische Nierenschädigung. Credits: Limbach
Stufendiagnostik bei Verdacht auf eine akute oder fortschreitende chronische Nierenschädigung. Credits: Limbach Gruppe

Biologischer Hintergrund und Labordiagnostik 

DKK3 wird unter Stressbedingungen von Tubulusepithelzellen produziert und in den Urin abgegeben. Das Signalmolekül ist eng mit dem Wnt/β-Catenin-Signalweg verknüpft, der in der Embryonalentwicklung aktiv ist. Eine spätere Reaktivierung in renalen Tubuluszellen gilt als pathologisch.  

Die Bestimmung von DKK3 erfolgt im Spontanurin mittels IVDR-zertifiziertem ELISA (ReFiNE). Bei nierengesunden Personen ist DKK3 im Urin nicht nachweisbar oder nur minimal erhöht. 

Interpretation der Werte 

DKK3 im Urin liefert klinisch relevante Informationen zur Risikostratifizierung von Patientinnen und Patienten mit bekannter oder vermuteter Nierenerkrankung. Die Einteilung erfolgt anhand folgender Schwellenwerte: 

  • unter 200 pg/mg Kreatinin: Kein Hinweis auf eine aktive Nierenschädigung 
  • 200 bis 1.000 pg/mg Kreatinin: Beginnende oder diskrete Nierenschädigung möglich 
  • über 1.000 pg/mg Kreatinin: Deutlicher Hinweis auf eine aktive oder progrediente Nierenschädigung 
  • Eine wiederholte Messung und nephrologische Abklärung ist bei erhöhten Werten empfehlenswert. 

Klinische Anwendungsgebiete 

Der DKK3-Wert im Urin ist besonders bei Risikopatienten von Bedeutung. Dazu zählen Menschen mit Diabetes mellitus, arterieller Hypertonie, genetischer Prädisposition oder langjähriger Einnahme nephrotoxischer Substanzen wie NSAR oder Zytostatika. Auch bei Patienten mit Hämaturie oder Proteinurie unklarer Ursache kann DKK3 zur diagnostischen Einordnung beitragen. 

Evidenz aus Kohortenstudien 

Die Eignung von DKK3 im Urin zur Verlaufseinschätzung wurde in mehreren Studien bestätigt. So zeigten prospektive Untersuchungen bei über 1.500 erwachsenen CKD-Patienten und Kindern mit CKD, dass ein erhöhter DKK3-Wert mit einem signifikanten Verlust der eGFR innerhalb der nächsten 6-12 Monate korreliert. Besonders auffällig war, dass dieser Zusammenhang auch bei Patienten ohne relevante Albuminurie bestand. 

In der STOP-IgAN-Studie ließ sich mit Hilfe von DKK3 nicht nur das Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion abschätzen. Auch das individuelle Ansprechen auf eine immunsuppressive Therapie konnte prognostiziert werden. 

Einsatz bei akuter Nierenschädigung 

DKK3 im Urin ist auch bei der Beurteilung einer akuten Nierenschädigung relevant. In einer Studie mit kardiochirurgischen Patienten konnte gezeigt werden, dass ein erhöhter präoperativer DKK3-Wert ein stark erhöhtes Risiko für ein progredientes postoperatives Nierenversagen anzeigt (AKI-CKD-Transition). Patientinnen und Patienten mit geringen DKK3-Werten im Urin entwickelten hingegen kaum renale Komplikationen. 

Fazit 

DKK3 im Urin ergänzt die etablierte Diagnostik der chronischen Nierenerkrankung um eine pathophysiologisch fundierte Komponente. Der Marker liefert frühzeitige Hinweise auf eine progrediente Schädigung und kann zur verbesserten Patientenselektion, zur Therapiekontrolle sowie zur präoperativen Risikoeinschätzung beitragen. Damit stellt DKK3 im Urin ein praxisnahes Instrument zur Umsetzung der nephrologischen Präzisionsmedizin dar. 

Für weitere Informationen können Sie sich gerne direkt an uns wenden: nephrologie@limbachgruppe.com


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