Masern: Impflücken bei Kleinkindern alarmieren Krankenkassen

von | Juli 18, 2025 | Gesundheit, Politik

Eine aktuelle Datenanalyse der hkk Krankenkasse zeigt: Mehr als jedes achte Kleinkind in Deutschland ist unvollständig gegen Masern geimpft. Trotz des seit 2020 geltenden Masernschutzgesetzes, das den Nachweis von Impfungen oder Immunität für den Eintritt in Kitas, Schulen oder Tagespflege vorschreibt, bestehen weiterhin erhebliche Impflücken. Besonders die zweite Impfung fehlt laut hkk häufig: 2024 hatten fast 13 Prozent der Zweijährigen und etwa 8 Prozent der Vier- und Sechsjährigen keinen vollständigen Impfschutz. Die hkk fordert Eltern auf, den Impfstatus ihrer Kinder zu überprüfen und rechtzeitig vor Kita- oder Schulstart zu vervollständigen, um die hochansteckende Krankheit einzudämmen.

Credits: CDC/ Courtesy of Cynthia S. Goldsmith; William Bellini, Ph.D
Credits: CDC/ Courtesy of Cynthia S. Goldsmith; William Bellini, Ph.D

Masern gelten als hochinfektiös und können schwerwiegende Komplikationen wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen sowie in seltenen Fällen eine tödliche Gehirnentzündung verursachen. Die Erkrankung beginnt mit Symptomen wie Fieber, Husten und Schnupfen, gefolgt von einem charakteristischen Hautausschlag. Eine vollständige Impfung bietet lebenslangen Schutz und ist entscheidend, um die Verbreitung des Virus zu stoppen.

Europaweit sorgt die Situation für Alarmstimmung: 2024 wurden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF rund 127.000 Masernfälle gemeldet – der höchste Stand seit fast 30 Jahren. 38 Fälle endeten tödlich, etwa 40 Prozent der Infizierten waren Kinder unter fünf Jahren, von denen die Hälfte stationär behandelt werden musste. In Deutschland verzeichnete das Robert Koch-Institut (RKI) 2024 insgesamt 785 Fälle, 2025 bis Mitte Juli bereits 209. Zwar gehört Deutschland nicht zu den Hotspots, doch die Zahlen zeigen, dass das Land weit von einer Masernfreiheit entfernt ist.

Das Masernschutzgesetz hat die Impfquoten zwar verbessert, bleibt aber nur bedingt wirksam, da die zweite Impfung oft ausbleibt. Eine Impfquote von mindestens 95 Prozent ist notwendig, um die Krankheit langfristig auszurotten. Die hkk betont die Dringlichkeit konsequenter Impfungen, um vulnerable Gruppen zu schützen und weitere Ausbrüche zu verhindern.

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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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