Dermatologie: Thierry Nordmann erhält Oscar-Gans-Preis 2025 

von | Mai 5, 2025 | Forschung, Nicht kategorisiert

Der Facharzt für Dermatologie und Venerologie Dr. Thierry Nordmann hat im April 2025 am Max-Planck-Institut für Biochemie eine neue Forschungsgruppe gegründet. Dort widmet er sich mit seinem Team der Analyse der Proteinzusammensetzung klinischer Proben mittels massenspektrometriebasierter Proteomik, um die molekularen Ursachen verschiedener Hautkrankheiten zu erforschen. Für seine herausragenden Arbeiten zur Rolle des JAK/STAT-Signalwegs bei der toxisch epidermalen Nekrolyse (TEN) wurde Nordmann nun mit dem renommierten Oscar-Gans-Preis 2025 ausgezeichnet. Die mit 10.000 Euro dotierte Ehrung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft wurde ihm am 30. April im Rahmen der Jahrestagung in Berlin überreicht.

Thierry Nordmann ist diesjähriger Preisträger des wichtigen Oscar-Gans-Preis 2025 im Fachbereich der Dermatologie. Seit April ist er außerdem neuer Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Biochemie. | Quelle: Susanne Vondenbusch-Teetz | Copyright: MPI für Biochemie
Thierry Nordmann ist diesjähriger Preisträger des wichtigen Oscar-Gans-Preis 2025 im Fachbereich der Dermatologie. Seit April ist er außerdem neuer Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Biochemie. | Quelle: Susanne Vondenbusch-Teetz | Copyright: MPI für Biochemie

Die toxisch epidermale Nekrolyse ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Arzneimittelreaktion, die zu großflächigen Hautablösungen führen kann. Nordmanns Forschung konzentrierte sich auf die Anwendung der sogenannten Deep Visual Proteomics, einer neuartigen Methode, die im Labor von Professor Matthias Mann entwickelt wurde. Damit gelang es ihm, die Aktivierung des JAK/STAT-Signalwegs als treibende Kraft der Erkrankung zu identifizieren. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen konnte erstmals eine gezielte Therapie mit JAK-Inhibitoren vorgeschlagen werden, die in vorklinischen Untersuchungen zu einer raschen Besserung bei mehreren Patienten führte.

Mit seiner neuen Forschungsgruppe „Molekulare und räumliche Biologie der Haut“ am Max-Planck-Institut verfolgt Nordmann das Ziel, die Haut als Modellsystem für die Erforschung grundlegender biologischer Mechanismen von Entzündungen, Autoimmunerkrankungen und Hautkrebs zu nutzen. Dabei setzt er auf die Kombination von Massenspektrometrie-Proteomik und Methoden der künstlichen Intelligenz, um krankheitsdefinierende molekulare Muster mit direkter medizinischer Relevanz zu identifizieren. Nordmann, der in der Schweiz und den USA aufwuchs und Medizin in Basel und Zürich studierte, ist seit 2021 am Max-Planck-Institut tätig. Nach seiner klinischen Ausbildung zum Facharzt für Dermatologie und Venerologie war er als Postdoktorand in der Abteilung von Professor Matthias Mann beschäftigt. Seit 2024 ist er zudem Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Auszeichnung mit dem Oscar-Gans-Preis würdigt Nordmanns innovative Verbindung von molekularbiologischer Grundlagenforschung, technologischer Entwicklung und klinischer Anwendung, die neue Perspektiven für die Behandlung schwerer Hauterkrankungen eröffnet.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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