Zucker beeinträchtigt Entspannungsfähigkeit des Körpers
Die Einnahme von Zucker wirkt Entspannungsübungen entgegen. Eine Studie der Universität Konstanz zeigt, dass ein erhöhter Blutzuckerspiegel den Sympathikus des autonomen Nervensystems während der Entspannung auf einem höheren Aktivitätsniveau hält und so die Erholungsfähigkeit des Körpers einschränkt.
Zuckerzufuhr ist in Stresssituationen bekannt dafür, dass sie die Cortisolausschüttung verstärkt und die Herzrate länger erhöht. Weniger untersucht war bislang der Einfluss auf Entspannungsphasen. Die Forschungsgruppe um Neuropsychologie-Professor Jens Pruessner ging dieser Frage in einer Studie nach, die im „International Journal of Psychophysiology“ erschienen ist.
An der Untersuchung nahmen 94 gesunde Erwachsene teil. Nach dem nüchternen Eintreffen im Labor trank ein Teil der Probanden ein zuckerhaltiges Getränk, der andere Teil Wasser. Anschließend erhielt jeweils eine Hälfte eine entspannende Massage, während sich die andere Hälfte einfach ausruhte. Die Herzaktivität wurde kontinuierlich gemessen. Ausgewertet wurden die Herzratenvariabilität als Maß für die parasympathische Aktivität sowie die Präejektionsperiode als Indikator für die sympathische Aktivität.

Die Ergebnisse zeigen: Sowohl die Massage als auch die Ruhephase aktivierten den Parasympathikus und wurden von den Teilnehmenden subjektiv als entspannend empfunden – unabhängig davon, ob zuvor Zucker eingenommen worden war. Die Massage führte dabei zu einer stärkeren Entspannung als das bloße Ausruhen. Nach der Zuckergabe blieb jedoch der Sympathikus während der Entspannungsphase auf einem höheren Aktivitätsniveau. Der Körper blieb damit in einem erhöhten Erregungszustand, obwohl die Probanden sich subjektiv entspannt fühlten.
Die Forschenden schließen daraus, dass Zucker die Fähigkeit zur tiefen Entspannung beeinträchtigt. Besonders bei bewussten Entspannungstechniken wie Meditation oder progressiver Muskelrelaxation sollte demnach auf zuckerhaltige Nahrungsmittel unmittelbar zuvor verzichtet werden.
Die Studie unterstreicht zudem die Notwendigkeit, bei der Untersuchung des autonomen Nervensystems sowohl Sympathikus als auch Parasympathikus zu berücksichtigen, um verdeckte Effekte nicht zu übersehen.
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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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