Weltkrebstag: Fast jeder zweite Krebspatient leidet jahrelang unter chronischen Tumorschmerzen
Anlässlich des Weltkrebstags am vergangenen Mittwoch haben die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) und die Deutsche Schmerzliga (DSL) die Ergebnisse einer bundesweiten Patientenbefragung mit über 12.000 Krebspatienten vorgestellt. Die Erhebung zeigt erhebliche Versorgungsdefizite in der Behandlung tumorbedingter Schmerzen.
Nahezu 50 Prozent der Befragten leiden seit mehr als fünf Jahren unter Schmerzen, im Mittelwert beträgt die Schmerzdauer über drei Jahre. Rund 45 Prozent weisen neuropathische Schmerzanteile auf, die häufig durch Chemotherapie, Strahlentherapie oder operative Eingriffe verursacht werden. Ein Drittel der Betroffenen berichtet von dauerhaft unzureichend kontrollierten Schmerzen, fast die Hälfte von extremen Durchbruchschmerzen. Nur jeder Dritte erhält eine angemessene Notfallmedikation bei Durchbruchschmerzen.

Mehr als die Hälfte der Betroffenen gibt eine stark eingeschränkte Lebensqualität an. Häufige Folgen sind Schlafstörungen, soziale Isolation und depressive Symptome.
Die Schmerzen werden bei vielen Patienten als chronisches Langzeitproblem beschrieben, das besonders bei Langzeitüberlebenden nach erfolgreicher Tumortherapie unterschätzt wird. Strukturierte Behandlungskonzepte für diese Gruppe fehlen weitgehend. Krebsüberleben sei heute häufiger möglich, Tumorschmerz müsse daher als eigenständige Erkrankung systematisch behandelt werden.
DGS und DSL fordern daher:
- eine routinemäßige Schmerzerfassung in der Onkologie, die auch Langzeitüberlebende einschließt,
- eine verbesserte Aus- und Weiterbildung von Ärzten in moderner Schmerztherapie,
- einen niedrigschwelligen Zugang zu wirksamen Medikamenten, insbesondere zur Behandlung von Durchbruchschmerzen.
Die Befragung unterstreicht, dass tumorbedingte Schmerzen trotz Fortschritten in der Krebstherapie für viele Betroffene ein anhaltendes und schwerwiegendes Problem darstellen.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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