Verbesserte CAR-T-Zelltherapie erkennt Myelomzellen an zwei Merkmalen
Forschende am Max Delbrück Center haben eine optimierte CAR-T-Zelltherapie gegen Multiples Myelom entwickelt. Der Clou: Die modifizierten Immunzellen erkennen entartete Plasmazellen gleichzeitig an zwei Oberflächenmerkmalen – BCMA und BAFF-R – und zerstören sie zuverlässiger.
Multiples Myelom ist eine unheilbare Krebserkrankung des Knochenmarks, bei der Plasmazellen unkontrolliert wuchern und Antikörper produzieren. Die Erkrankung zerstört Knochen und verursacht starke Schmerzen. Herkömmliche Chemotherapien und Antikörpertherapien sowie Stammzelltransplantationen verbessern die Prognose nur begrenzt.
Seit einigen Jahren zugelassene CAR-T-Zelltherapien verlängern das Leben vieler Patienten deutlich. Dabei werden patienteneigene T-Zellen entnommen, genetisch mit einem chimären Antigenrezeptor (CAR) ausgestattet, der das Protein BCMA auf Myelomzellen erkennt, und zurückinfundiert. BCMA kommt fast ausschließlich auf Plasmazellen vor.

Das Protein fehlt jedoch bei manchen Patienten vollständig oder geht im Therapieverlauf verloren. Dies führt zu Therapieresistenz oder Rezidiven, die oft tödlich enden.
Das Team um Dr. Armin Rehm und PD Dr. Uta Elisabeth Höpken identifizierte mit Einzelzell-RNA-Sequenzierung, Immunhistochemie und Durchflusszytometrie den BAFF-Rezeptor als zweites typisches Merkmal entarteter Plasmazellen. BAFF-R ist besonders auf rezidivierenden Zellen und BCMA-negativen Myelomzellen vermehrt vorhanden.
Die entwickelten bispezifischen CAR-T-Zellen docken an beide Rezeptoren an. In Experimenten mit Myelomzelllinien und patienteneigenen Knochenmarkzellen blieben sie wirksam, auch wenn BCMA fehlte oder verloren ging.
Etwa 5 bis 30 Prozent der Patienten könnten von dem Ansatz profitieren. Ein Screening vor Therapiebeginn soll geeignete Kandidaten identifizieren.
Das Team plant eine klinische Studie in Kooperation mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT). Beteiligt waren auch Forscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universitätsmedizin Greifswald.
Die Ergebnisse wurden in Molecular Therapy veröffentlicht.
Original Paper:
Agnese Fiori, et al. (2025): „Bispecific BAFF-R/BCMA CAR T cells control growth of
heterogeneous plasma cells in multiple myeloma“. Molecular Therapy, DOI: 10.1016/j.ymthe.2025.12.005
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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