Universitätsmedizin Halle erweitert Kryolager für langfristige Bioproben-Lagerung

von | März 26, 2026 | Forschung, Gesundheit

Die Universitätsmedizin Halle baut ihr Kryolager auf dem Medizin-Campus Steintor deutlich aus. Dort werden Blut-, Gewebe- und Zellproben bei extrem tiefen Temperaturen bis minus 160 Grad Celsius für Jahrzehnte konserviert. Das Vorhaben wird mit knapp 9,3 Millionen Euro aus dem EFRE-Programm „Wissenschaft FuE Hochschulbau“ von der Europäischen Union und dem Land Sachsen-Anhalt gefördert.

Die zentrale Biobank Sachsen-Anhalts ist seit drei Jahren im Routinebetrieb. Im September 2025 hat der 10.000. Patient seine Einwilligung zur Probenspende gegeben. Bislang wurden mehr als 16.000 Blutproben verarbeitet, aus denen 85.000 Plasma- und 16.000 DNA-Proben hervorgingen.

Visualisierung des zukünftigen Kryolagers: Das bestehende Gebäude (linker Teil) wird um etwas mehr als 300 Quadratmeter Nutzfläche erweitert. | Copyright: UMH/Erchinger Wurfbaum Architekten (Berlin)
Visualisierung des zukünftigen Kryolagers: Das bestehende Gebäude (linker Teil) wird um etwas mehr als 300 Quadratmeter Nutzfläche erweitert. | Copyright: UMH/Erchinger Wurfbaum Architekten (Berlin) 

Die Erweiterung verdoppelt die Nutzfläche um mehr als 300 Quadratmeter. Künftig stehen 40 Kühlschränke mit minus 80 Grad Celsius sowie 20 Stickstoff-Lagerbehälter mit Temperaturen zwischen minus 150 und minus 195 Grad Celsius zur Verfügung. Die Proben können rund 30 Jahre gelagert werden. Besonders bei seltenen Erkrankungen ermöglicht die Langzeitlagerung die Sammlung ausreichender Probenmengen und den Vergleich von Veränderungen im Krankheitsverlauf.

Das bestehende Gebäude wird um eine gleich große Technikfläche ergänzt. Der Neubau erfüllt Klimaresilienz-Ziele der Europäischen Union und integriert sich in die umgebenden denkmalgeschützten Gebäude. Dazu gehören Recycling-Beton, Fassaden- und Umgebungsbegrünung, Photovoltaik auf dem gesamten Dach, Sonnenschutzverglasung und ein Wärmeverbundsystem. Zudem entsteht ein neuer Eingangsbereich mit Probenannahme, Sozialbereich und Laborflächen.

Baubeginn ist im Herbst 2026, die Fertigstellung ist für Mitte 2028 geplant. Die Biobank dient als Core Facility des Zentrums für Medizinische Grundlagenforschung und unterstützt langfristig die medizinische Forschung am Standort Halle.

Mehr dazu:

Core Facility Biobank | Zentrum für Medizinische Grundlagenforschung (ZMG) | Universitätsmedizin Halle


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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