Speichelprobe enthüllt Mikrobiom von Magen und Dünndarm

von | Aug. 25, 2025 | Forschung, Gesundheit

Eine einfache Speichelprobe könnte künftig helfen, die Bakterienzusammensetzung im Magen und Dünndarm zu analysieren und individuelle Risikoprofile für Erkrankungen zu erstellen. Das zeigt eine Studie der Universität Hohenheim, die einen Zusammenhang zwischen dem oralen Mikrobiom und dem des oberen Verdauungstrakts aufdeckt.

Die Untersuchung identifizierte zwei stabile Mikrobiomtypen, die vom Mundraum bis zum Dünndarm konstant sind und jeweils von einer Bakteriengattung dominiert werden. Besonders ein Typ, geprägt von der Bakteriengattung Prevotella-7, stach hervor: Personen mit diesem Profil wiesen weniger potenziell krankmachende Bakterien auf, die mit Erkrankungen wie Endokarditis oder Darmkrebs in Verbindung stehen. Zudem zeigten sie niedrigere Werte des Entzündungsmarkers TNF-α, was auf ein geringeres Risiko für chronisch-entzündliche Krankheiten hindeutet.

Symbolfoto: Pixabay/Jim Coote
Symbolfoto: Pixabay/Jim Coote

Die Ergebnisse basieren auf einer Analyse von 20 Personen mit leichten Magen-Darm-Beschwerden sowie einem Datensatz von 254 Teilnehmern der REIMAGINE-Studie des Cedars-Sinai Medical Center. Ein neu entwickeltes Verfahren ermöglichte präzise Analysen trotz geringer Bakterienzahlen in Speichel, Magen und Zwölffingerdarm. Durch den Einsatz von DNA- und RNA-Analysen konnten aktive Bakterien von inaktiven unterschieden und Verunreinigungen ausgeschlossen werden.

Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass Speichelproben künftig als einfaches, nicht-invasives Diagnoseinstrument genutzt werden könnten, um Risiken für entzündliche oder infektiöse Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Dies könnte die Grundlage für personalisierte Präventionsmaßnahmen schaffen, etwa durch gezielte Antibiotikabehandlungen, und neue Wege in der medizinischen Diagnostik eröffnen.

Original Paper:

Full article: Contamination-controlled upper gastrointestinal microbiota profiling reveals salivary-duodenal community types linked to opportunistic pathogen carriage and inflammation


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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