Qualitätsprobleme bei ADHS-Medikamenten: Apotheken fordern bessere Verpackungen

Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln mit Methylphenidat, die zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) eingesetzt werden, haben Apotheken in Deutschland Qualitätsmängel festgestellt. Besonders kindergesicherte Blisterverpackungen bereiten Schwierigkeiten, da Kapseln oft nur schwer oder gar nicht entnommen werden können. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) kritisiert die mangelnde Benutzerfreundlichkeit und fordert klarer hervorgehobene Hinweise auf Verpackungen. Apotheken spielen eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Patienten, insbesondere bei Lieferengpässen oder Präparatewechseln, die solche Probleme verschärfen.
Die Mängel betreffen kindergesicherte Blister, die über eine perforierte Lasche geöffnet werden sollen. In vielen Fällen ließ sich die Folie nicht wie vorgesehen abziehen, selbst bei starker Kraftanwendung. Der Hersteller bestätigte in diesen Fällen einen Qualitätsmangel. Zudem konnten Kapseln oft nur mit spitzen Gegenständen oder durch Klopfen entnommen werden, wobei Versuche, sie durch die Folie zu drücken, häufig zu Beschädigungen führten. Solche Probleme gefährden die korrekte Einnahme und können die Wirksamkeit der Medikation beeinträchtigen, insbesondere bei einem Wirkstoff wie Methylphenidat, der präzise dosiert werden muss.

Ein weiteres Problem ist die unklare Kennzeichnung der Verpackungen. Anweisungen zur Entnahme werden oft übersehen, da sie nicht ausreichend hervorgehoben sind. Die AMK empfiehlt grafische Verbesserungen wie Umrandungen oder kontrastreiche Schriftfarben, um Missverständnisse zu vermeiden. Häufig treten die Schwierigkeiten bei einem Präparatewechsel auf, der durch Lieferengpässe oder Vorgaben der Krankenkassen aus Kostengründen erforderlich wird. Solche Wechsel verunsichern Patienten, insbesondere wenn die neuen Verpackungen ungewohnte Handhabungen erfordern.
Apotheken sind die erste Anlaufstelle bei Problemen mit Arzneimitteln. Sie beraten zur korrekten Handhabung, finden bei Lieferengpässen Alternativen und leiten Beschwerden über Qualitätsmängel weiter. Die AMK betont die Kompetenz der Apotheker, die Gesundheit der Patienten zu sichern. Lieferengpässe, die in den letzten Jahren zugenommen haben, verschärfen die Situation, da Patienten häufiger auf ungewohnte Präparate umsteigen müssen. Ein Präparatewechsel kann für ADHS-Patienten, die auf eine stabile Medikation angewiesen sind, besonders belastend sein.
Die AMK fordert eine engere Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Apotheken und Aufsichtsbehörden, um die Qualitätskontrolle zu verbessern und Lieferketten zu stabilisieren. Die aktuellen Probleme zeigen, dass die Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit von Arzneimitteln weiterhin Herausforderungen darstellen. Apotheken bleiben unverzichtbar, um die Versorgung mit Medikamenten wie Methylphenidat zu gewährleisten. Die AMK plant, mit den Herstellern Gespräche zu führen, um die Mängel zu beheben und die Patientensicherheit nachhaltig zu stärken.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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