Peniskrebs: DEPECA-2 prüft roboter-assistierte Lymphknotenentfernung

von | Feb. 18, 2026 | Forschung, Gesundheit

Eine neue bundesweite klinische Studie unter Leitung des Universitätsklinikums Tübingen will die operative Behandlung des Peniskarzinoms verbessern. Im Fokus der multizentrischen Studie DEPECA-2 steht der Vergleich der roboter-assistierten mit der klassischen offenen Entfernung der Leistenlymphknoten. Das Projekt erhält eine Förderung in Höhe von 1,8 Millionen Euro aus dem Programm „NCT Overarching Clinical Translational Trial (OCT2)“ des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT).

Peniskrebs ist eine seltene, aber aggressive Erkrankung. Bei etwa einem Drittel der Patienten breitet sich der Tumor in die Lymphknoten der Leiste oder des Beckens aus. In diesen Fällen ist die operative Entfernung der betroffenen Lymphknoten (inguinale Lymphadenektomie) ein zentraler Bestandteil der Therapie. Das offene Verfahren gilt onkologisch als wirksam, geht jedoch mit hohen Komplikationsraten einher: Bis zu 50 Prozent der Patienten entwickeln Wundheilungsstörungen, Infektionen, Lymphfisteln oder Hautnekrosen. Die Folgen sind oft lange Krankenhausaufenthalte und eine erheblich verzögerte Genesung.

Symbolbild. (Credits: freepik)
Symbolbild. (Credits: freepik)

DEPECA-2 untersucht erstmals systematisch, ob die roboter-assistierte Technik bei gleicher onkologischer Wirksamkeit schonender ist als das offene Standardverfahren. Roboter-assistierte Operationen ermöglichen in vielen urologischen Bereichen präziseres Arbeiten durch Vergrößerung, bessere Sicht und kleinere Zugänge. Ob diese Vorteile auch bei der komplexen Lymphknotenchirurgie beim Peniskarzinom greifen, soll die Studie klären.

Insgesamt sollen 80 Patienten an neun deutschen Universitätskliniken eingeschlossen werden. Primärer Endpunkt ist die Komplikationsrate; weitere Parameter umfassen onkologische Sicherheit, Lebensqualität und biologische Marker zur Prognoseabschätzung. Der Studienstart ist für Anfang 2026 geplant.

Die Tübinger Urologie setzt mit DEPECA-2 ihre kontinuierliche Forschung zum Peniskarzinom fort. Bereits zuvor initiierte sie die bundesweite Studie DEPECA-1 zur medikamentösen Kombinationstherapie bei fortgeschrittenem, nicht mehr operablem oder metastasiertem Peniskrebs. Während DEPECA-1 systemische Therapieoptionen prüft, konzentriert sich DEPECA-2 auf die chirurgische Behandlung früherer Stadien mit Lymphknotenbeteiligung.

Weitere Informationen:

DEPECA-2-Studie | Universitätsklinikum Tübingen


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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