Organspendezahlen in Deutschland erreichen 2025 höchsten Stand seit 2012

von | Feb. 10, 2026 | Forschung, Gesundheit, Politik

Die Organspendezahlen in Deutschland haben 2025 den höchsten Stand seit 2012 erreicht. Insgesamt spendeten 985 Menschen nach ihrem Tod Organe – 32 mehr als 2024 und eine Steigerung um 3,4 Prozent. Das entspricht 11,8 Spendern pro Million Einwohner. Über die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant konnten 3.020 Organe entnommen und transplantiert werden, darunter 1.495 Nieren, 823 Lebern, 315 Herzen, 308 Lungen, 76 Bauchspeicheldrüsen und drei Därme.

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden zählt zu den führenden Häusern in Deutschland. Dort wurden 2025 insgesamt 20 Patienten zur postmortalen Organspende geführt. Das Transplantationszentrum des Klinikums führt Nieren- sowie kombinierte Pankreas-Nieren-Transplantationen durch. Im vergangenen Jahr erfolgten 57 Nierentransplantationen, davon 14 als Lebendspenden – eine Steigerung gegenüber 51 Transplantationen und 10 Lebendspenden im Jahr 2024.

Trotz der positiven Entwicklung bleibt der Bedarf hoch. Etwa 8.199 Menschen standen Ende 2025 auf der Warteliste für ein Spenderorgan, die meisten davon für eine Niere. Eine Organspende hilft im Durchschnitt drei Menschen. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland weiterhin im unteren Bereich.

Organbox Transport | Quelle: DSO Andreas Steeger
Organbox Transport | Quelle: DSO Andreas Steeger

Das Uniklinikum Dresden setzt auf Aufklärung und Sensibilisierung. Öffentlichkeitswirksame Aktionen wie ein wissenschaftliches Symposium zum 30-jährigen Bestehen des Nierentransplantationszentrums, die Partnerschaft bei den World Transplant Games 2025 in Dresden sowie die Radtour Pro Organspende trugen zur Bewusstseinsbildung bei. Verantwortliche betonen die Notwendigkeit anhaltender Information und Aufklärung.

Ein innovatives digitales Hilfsmittel unterstützt zudem die Früherkennung potenzieller Spender. Das am Uniklinikum Dresden entwickelte und primär implementierte Screeningtool DETECT analysiert kontinuierlich Vitaldaten aus der elektronischen Patientenakte auf Intensivstationen. Es identifiziert frühzeitig Patienten mit drohendem irreversiblen Hirnfunktionsausfall und unterstützt Transplantationsbeauftragte bei der Aktivierung innerklinischer Abläufe. Das Tool wird zunehmend in anderen Krankenhäusern eingeführt.

Zur Stärkung der interprofessionellen Zusammenarbeit findet am 26. März 2026 der Interprofessionelle Organspendetag „Gemeinschaftsaufgabe verbindet“ am Universitätsklinikum Dresden statt. Experten fordern weitere Maßnahmen, um die Bereitschaft zur Organspende zu erhöhen und Versorgungslücken zu schließen.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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