Organspendezahlen 2025 auf höchstem Stand seit 2012

von | Jan. 14, 2026 | Forschung, Gesundheit, Politik

Im Jahr 2025 haben in Deutschland 985 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet, 32 mehr als 2024 und der höchste Wert seit 2012. Das entspricht 11,8 Spendern pro Million Einwohner. Dennoch reicht die Zahl nicht aus, um allen Wartelistenpatienten zu helfen. Insgesamt wurden 3020 Organe verteilt und transplantiert, darunter 1495 Nieren, 823 Lebern und 315 Herzen.

Der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Dr. med. Axel Rahmel, ordnet die Entwicklung ein: „Dass wir 2025 so viele Organspenderinnen und Organspender verzeichnen wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr, ist ein wichtiges und ermutigendes Signal. Gleichzeitig reicht dieses Niveau noch nicht aus, um den Bedarf zu decken. Der Mangel an Spenderorganen besteht weiterhin.“

In Transplantationszentren kamen 3256 Organe zum Einsatz, wodurch 3150 Patienten geholfen wurde. Ende 2025 warteten 8199 Menschen auf ein Organ. Regionale Unterschiede sind groß; in Ostdeutschland lagen die Zahlen mit 16,3 Spendern pro Million Einwohner 38 Prozent über dem Durchschnitt. Mit bundesweiten Werten wie dort wäre die Situation besser.

Credits: Pixabay
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Von 3524 Krankenhausmeldungen führten zwei Drittel nicht zur Spende, oft wegen fehlender Zustimmung. Viele haben keine dokumentierte Entscheidung; Angehörige entscheiden dann unter Druck. Die Diskussion um die Widerspruchsregelung wird als positiv gesehen, da sie Auseinandersetzung fördert und Angehörige entlastet, langfristig die Spendekultur stärkt.

Alter ist kein Hindernis; der Median lag bei 59 Jahren, die älteste Spenderin war 98. Ältere Spender haben öfter Begleiterkrankungen, was die nutzbaren Organe pro Spender von 3,5 im Jahr 2014 auf 3,1 senkt. Maschinenperfusion für Nieren, ab 19. Januar 2026 vorgeschrieben bei erweiterten Kriterien, verbessert Konservierung und Erfolgschancen. Sie gilt für Spender über 60 oder 50 bis 59 mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck.

Der Anstieg und neue Verfahren sind positiv, doch der Bedarf bleibt hoch.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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