Neue MRT-Methoden zur Früherkennung von Parkinson: Campus Lübeck sucht Studienteilnehmende

von | Feb. 26, 2026 | Forschung, Gesundheit

Forschende am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) sowie an den Universitäten zu Lübeck und Kiel entwickeln neue Magnetresonanztomographie-(MRT-)Verfahren, um die Parkinson-Erkrankung früher und präziser zu diagnostizieren. Die Michael J. Fox Foundation, weltweit größter privater Förderer der Parkinson-Forschung, unterstützt die beiden Projekte „lysoCEST“ und „MiND15“ im Rahmen ihres Programms „Molecular MRI Biomarkers“ mit insgesamt 970.000 US-Dollar (rund 920.000 Euro) für die nächsten zwei Jahre.

Morbus Parkinson gilt als zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung weltweit. In Deutschland sind Schätzungen zufolge etwa 300.000 Menschen betroffen, mit weiter steigender Tendenz. Die typischen Bewegungsstörungen wie Zittern und Verlangsamung entstehen durch den Verlust dopaminproduzierender Nervenzellen im Gehirn. Verschiedene zelluläre Mechanismen tragen zum Absterben dieser Zellen bei – bisher fehlen jedoch klinisch einsetzbare Verfahren, um die individuellen Ursachen frühzeitig und nicht-invasiv nachzuweisen.

Genau hier setzen die geförderten Projekte an. Ziel ist die Entwicklung von MRT-basierten Bildgebungsverfahren, die krankheitsspezifische Biomarker sichtbar machen und so eine frühere Diagnose, gezieltere Therapieauswahl sowie eine bessere Verlaufskontrolle ermöglichen sollen. Im Vergleich zu invasiven Methoden wie Nervenwasserpunktionen wären solche Untersuchungen für die Betroffenen deutlich schonender.

PD Dr. Jannik Prasuhn (re.) und Norman Griebner werten innovative MRT-Sequenzen aus, die biologisch-spezifische Veränderungen im Gehirn von Patientinnen und Patienten mit Parkinson-Krankheit sichtbar machen. | Copyright: UKSH
PD Dr. Jannik Prasuhn (re.) und Norman Griebner werten innovative MRT-Sequenzen aus, die biologisch-spezifische Veränderungen im Gehirn von Patientinnen und Patienten mit Parkinson-Krankheit sichtbar machen. | Copyright: UKSH

Im Projekt „lysoCEST“ (Fördersumme: 570.000 US-Dollar) arbeitet PD Dr. Jannik Prasuhn von der Klinik für Neurologie am UKSH, Campus Lübeck, zusammen mit Prof. Dr. Nirbhay N. Yadav von der Johns Hopkins University in Baltimore an einer Methode, die Funktionsstörungen der Lysosomen – des zellulären „Abfallentsorgungssystems“ – abbildet. Solche Störungen spielen insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit GBA1-Genmutationen eine zentrale Rolle. Die Forschenden wollen mithilfe einer weiterentwickelten MRT-Technik die Anreicherung bestimmter Substanzen sowie Veränderungen des Säuregehalts in den Lysosomen messen und darstellen.

Das Projekt „MiND15“ (Fördersumme: 400.000 US-Dollar) konzentriert sich auf frühe Störungen der Mitochondrien, der „Energie-Kraftwerke“ der Zellen. Diese Veränderungen treten oft bereits vor den ersten motorischen Symptomen auf. Das Team um PD Dr. Prasuhn und Prof. Dr. Jan Bernd Hövener, Leiter der Sektion für Biomedizinische Bildgebung am UKSH, Campus Kiel, und Professor für Translationale Magnetresonanztomographie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, entwickelt ein MRT-Verfahren, das mithilfe einer speziell markierten Form von Vitamin B3 (Nicotinamid) Störungen des Energiestoffwechsels im Gehirn sichtbar machen soll.

Beide Ansätze werden zunächst im Labor getestet. Bei erfolgreichem Verlauf sollen sie für die Anwendung am Menschen angepasst und in ersten klinischen Studien erprobt werden.

Interessierte können die Parkinson-Forschung am Campus Lübeck aktiv unterstützen, indem sie an der klinischen Studie „Meta-AdvanceND“ teilnehmen. Dort werden ebenfalls bildgebende Verfahren eingesetzt, um die Krankheitsbiologie bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer zu untersuchen. Weitere Informationen zur Studienteilnahme gibt das Studienzentrum der Klinik für Neurologie unter Telefon 0451 500-43440 oder per E-Mail an neuro.MetaAdvanceND@uni-luebeck.de.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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