NAKO-Studie bestätigt Zusammenhang zwischen Rauchen und Depression

von | Jan. 23, 2026 | Forschung, Gesundheit

Eine Forschergruppe am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit hat im Rahmen der NAKO Gesundheitsstudie den Zusammenhang zwischen Zigarettenkonsum und Depressionen bestätigt. Die Analyse zeigte, dass Depressionen im Lebensverlauf bei aktuellen und ehemaligen Rauchern häufiger auftreten als bei Personen, die nie geraucht haben. Der Fokus lag auf dosisabhängigen Effekten des Rauchverhaltens sowie auf dem Nutzen eines Rauchstopps.

Rauchen verursacht weltweit über acht Millionen Todesfälle pro Jahr und gilt als führende vermeidbare Ursache vorzeitiger Sterblichkeit. Obwohl der Link zwischen Rauchen und Depressionen bekannt ist, fehlen detaillierte Kenntnisse zu den Mechanismen. Die Studie untersuchte daher Dosis-Wirkungs-Beziehungen, das Alter beim Rauchbeginn und die Zeit seit der Entwöhnung.

Rauchen zählt nicht nur zu den Ursachen von Magenkrebs, es beeinflusst auch in negativer Weise die verschiedenen Krebstherapien. (Credits: pixabay)
Rauchen zählt nicht nur zu den Ursachen von Magenkrebs, es beeinflusst auch in negativer Weise die verschiedenen Krebstherapien. (Credits: pixabay)

Die Auswertung umfasste 173.890 Teilnehmer im Alter von 19 bis 72 Jahren, darunter 50 Prozent Frauen. Über Interviews und standardisierte Fragebögen wurden Daten zu diagnostizierten Depressionen, aktuellen Symptomen, Lebensumständen und Rauchverhalten erhoben. Es ergaben sich drei Gruppen: 81.775 Nie-Raucher, 58.004 ehemalige Raucher und 34.111 aktuelle Raucher. Erfasst wurden das Alter beim Rauchstart, die tägliche Zigarettenmenge und bei Ehemaligen die Dauer der Abstinenz.

Depressionen traten bei aktuellen und ehemaligen Rauchern häufiger auf, insbesondere in den Altersgruppen zwischen 40 und 59 Jahren. Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung war erkennbar: Höherer Zigarettenkonsum korrelierte mit stärkeren depressiven Symptomen, wobei pro zusätzlicher Zigarette 0,05 Symptome mehr auftraten. Ein späterer Rauchbeginn verschob den Depressionsausbruch um 0,24 Jahre pro Jahr späteren Start. Längere Abstinenz reduzierte das Risiko, wobei pro Jahr ohne Rauchen die letzte depressive Episode um 0,17 Jahre weiter zurücklag.

Der Konsum anderer Tabakprodukte wurde nicht berücksichtigt. Das Querschnittsdesign und retrospektive Angaben erlauben keine kausalen Schlüsse. Zukünftige Längsschnittanalysen sowie die Einbeziehung genetischer und bildgebender Daten sollen die Mechanismen klären.

Die Ergebnisse betonen die Bedeutung der Prävention des Rauchstarts und der Förderung der Entwöhnung zur Verbesserung der psychischen Gesundheit. Höherer Konsum verstärkt depressive Symptome, während längere Abstinenz diese mildert.

Original Paper:

From cigarettes to symptoms: the association between smoking and depression in the German National Cohort (NAKO) | BMC Public Health | Springer Nature Link


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

Gender-Hinweis. Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich immer gleichermaßen auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Doppel/Dreifachnennung und gegenderte Bezeichnungen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.

X
Ich bin Invi, wie kann ich dir helfen?