MPI-Direktor fordert Kostenübernahme neuer Alzheimer-Medikamente

von | Feb. 24, 2026 | Forschung, Gesundheit, Politik

Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie, Prof. Dr. Peter Falkai, hat eine frühe Ablehnung des Zusatznutzens für den Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) kritisiert und eine Kostenübernahme durch die Krankenkassen gefordert. Er befürchtet, dass beim zweiten Wirkstoff dieser Klasse, Donanemab, eine ähnliche Bewertung erfolgen könnte.

Der G-BA hatte kürzlich nach Auswertung der verfügbaren Studien keinen Zusatznutzen von Lecanemab gegenüber der bisherigen Standardtherapie festgestellt. Falkai hält diese Einschätzung für verfrüht. Die Datenlage zu den neuen Antikörper-Therapien habe sich in den Studien kontinuierlich verbessert. Er erwartet, dass bei Donanemab ein Zusatznutzen anerkannt werden könnte. Eine ablehnende Bewertung dürfe nicht dazu führen, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für diese neuen Behandlungen nicht übernehmen.

Alzheimer ist eine tückische Erkrankung, die viele Jahre ohne Symptome verläuft. Erste Anzeichen sind eine zunehmende Vergesslichkeit und Orientierungslosigkeit. Ein Bluttest könnte helfen, schon frühzeitig mit einer Therapie zu beginnen, um das Fortschreiten zu verlangsamen. (Credits: freepik)
Alzheimer ist eine tückische Erkrankung, die viele Jahre ohne Symptome verläuft. Erste Anzeichen sind eine zunehmende Vergesslichkeit und Orientierungslosigkeit. Ein Bluttest könnte helfen, schon frühzeitig mit einer Therapie zu beginnen, um das Fortschreiten zu verlangsamen. (Credits: freepik)

In der Gedächtnisambulanz des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie wird Donanemab am 24. Februar erstmals einer Patientin verabreicht. Wie Lecanemab zielt der monoklonale Antikörper auf Amyloid-Ablagerungen im Gehirn und kann den kognitiven Abbau bei Alzheimer im Frühstadium verzögern.

Die Forschenden der Gedächtnisambulanz untersuchen parallel, ob die Pupillenerweiterung als früher Indikator für kognitive Störungen dienen kann. Ziel der laufenden Studie ist es, die Pupillenreaktion als nicht-invasives diagnostisches Werkzeug für die Früherkennung und Therapiebegleitung zu etablieren. Patienten der Ambulanz können sich an der Untersuchung beteiligen.

Beide Entwicklungen – die neuen Antikörper-Therapien und potenzielle Biomarker wie die Pupillenreaktion – könnten die Diagnostik und Behandlung der Alzheimer-Erkrankung in frühen Stadien verbessern. Die Debatte um den Zusatznutzen und die Finanzierung der teuren Therapien wird in den kommenden Monaten weitergehen.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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