Mexikanische Pädiater geben Empfehlungen zur RSV-Prävention bei Säuglingen

von | Jan. 6, 2026 | Forschung, Gesundheit

Die Mexikanische Gesellschaft für Pädiatrie hat in Zusammenarbeit mit einem multidisziplinären Expertengremium eine Stellungnahme zur Immunprävention gegen das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) veröffentlicht. Das Dokument bewertet mütterliche Impfungen und langwirksame monoklonale Antikörper als wirksame Strategien zur Reduzierung schwerer RSV-Erkrankungen bei Säuglingen in Mexiko und Lateinamerika.

RSV verursacht weltweit Millionen Atemwegsinfektionen jährlich und ist eine Hauptursache für Krankenhausaufenthalte und Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren. Besonders Säuglinge unter sechs Monaten tragen ein hohes Risiko. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen belastet die Erkrankung die Gesundheitssysteme stark, vor allem durch saisonale Wellen und begrenzten Zugang zur Versorgung. Traditionell waren Präventionsmaßnahmen auf Risikogruppen beschränkt, doch neue Optionen wie mütterliche Impfstoffe und monoklonale Antikörper erweitern den Schutz.

Die Stellungnahme basiert auf einer systematischen Analyse klinischer Studien, Beobachtungsdaten und Praxiserfahrungen. Sie empfiehlt die Impfung Schwangerer mit einem RSV-Präfusions-F-Protein-Impfstoff, der einen Schutz von über 80 Prozent gegen schwere Infektionen der unteren Atemwege in den ersten drei Monaten bietet. Der Effekt hält bis zu sechs Monate an, unterstützt durch effizienten Antikörpertransfer in der Spätschwangerschaft. Realweltstudien bestätigen eine deutliche Senkung von Krankenhausaufenthalten.

Integrierte Immunpräventionsstrategien zum Schutz von Säuglingen vor RSV. Diese Übersicht fasst die Position der Mexikanischen Gesellschaft für Pädiatrie zur Immunprävention gegen das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) während der Schwangerschaft und im frühen Säuglingsalter zusammen. Sie hebt wichtige Erkenntnisse hervor, die die RSV-Impfung der Mutter und den Einsatz langwirksamer monoklonaler Antikörper zur Reduzierung schwerer Infektionen der unteren Atemwege, Krankenhausaufenthalte und der Krankheitslast bei Säuglingen unterstützen. Das Konzept behandelt zentrale Fragen zu Zeitpunkt, Wirksamkeit, Sicherheit und Umsetzung und betont komplementäre Strategien zum Schutz von Neugeborenen in ihren besonders sensiblen ersten Lebensmonaten. Credits: WJP
Integrierte Immunpräventionsstrategien zum Schutz von Säuglingen vor RSV. Diese Übersicht fasst die Position der Mexikanischen Gesellschaft für Pädiatrie zur Immunprävention gegen das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) während der Schwangerschaft und im frühen Säuglingsalter zusammen. Sie hebt wichtige Erkenntnisse hervor, die die RSV-Impfung der Mutter und den Einsatz langwirksamer monoklonaler Antikörper zur Reduzierung schwerer Infektionen der unteren Atemwege, Krankenhausaufenthalte und der Krankheitslast bei Säuglingen unterstützen. Das Konzept behandelt zentrale Fragen zu Zeitpunkt, Wirksamkeit, Sicherheit und Umsetzung und betont komplementäre Strategien zum Schutz von Neugeborenen in ihren besonders sensiblen ersten Lebensmonaten. Credits: WJP
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Als Alternative oder Ergänzung wird der monoklonale Antikörper Nirsevimab empfohlen, der eine Einzeldosis für die gesamte Saison bietet und eine Wirksamkeit von 75 bis 85 Prozent gegen Hospitalisierungen erreicht. Er schützt gesunde sowie frühgeborene Säuglinge und reduziert Intensivstationseinweisungen.

Das Gremium hält eine gleichzeitige Anwendung beider Strategien in den meisten Fällen für unnötig, außer bei beeinträchtigtem Antikörpertransfer. Flexible Ansätze sollen an lokale Epidemiologie, Systemkapazitäten und wirtschaftliche Bedingungen angepasst werden. In Ländern mit mittlerem Einkommen gilt die mütterliche Impfung als besonders kosteneffektiv, während monoklonale Antikörper für Säuglinge ohne pränatalen Schutz geeignet sind.

Die Experten betonen ein günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis beider Methoden und die Bedeutung eines optimalen Zeitpunkts. Die Umsetzung solcher Programme könnte Krankenhauseinweisungen, Kosten und Säuglingssterblichkeit durch RSV erheblich senken. Der Fokus liege auf den ersten sechs Lebensmonaten als vulnerabelster Phase.

Original Paper:

https://link.springer.com/article/10.1007/s12519-025-00997-1


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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