Medizininformatik-Initiative schafft leistungsfähige Dateninfrastruktur für Forschung und Versorgung
Die Medizininformatik-Initiative (MII) hat in den vergangenen zehn Jahren eine bundesweite Infrastruktur aufgebaut, die klinische Versorgungsdaten in großem Umfang für die Forschung nutzbar macht. Auf dem MII-Symposium am 24. und 25. März 2026 in Leipzig zogen die Beteiligten eine positive Bilanz und diskutierten Perspektiven für eine datengetriebene Medizin der Zukunft.
Über das Forschungsdatenportal für Gesundheit (FDPG) stehen Forschenden bereits mehr als zwei Milliarden Laborwerte, Basisdaten von über 21 Millionen Patientinnen und Patienten aus allen Universitätskliniken sowie über 200 Millionen Vitaldaten aus der Intensivmedizin zur Verfügung. Die Datenintegrationszentren an den Universitätskliniken bereiten die Informationen datenschutzkonform auf und machen sie standortübergreifend zugänglich.

Konkrete Forschungsprojekte zeigen bereits den praktischen Nutzen: So werden geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Sepsis-Erkennung und -therapie analysiert. In der Pädiatrie nutzt eine Studie Routinedaten zur Entwicklung präziserer Referenzintervalle für Laborwerte.
In einer nächsten Entwicklungsstufe sollen die MII und das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) enger zusammenwachsen. Die Digitalen FortschrittsHubs (DigiHubs) sollen die Dateninfrastruktur transsektoral in die Regelversorgung erweitern und damit den Weg für KI-gestützte Analysen und personalisierte Medizin ebnen.
Die MII wird seit 2016 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit insgesamt über 480 Millionen Euro gefördert. Sie wird von der TMF e. V. koordiniert und arbeitet eng mit dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) und dem Medizinischen Fakultätentag zusammen.
Die MII hat somit eine solide Grundlage für die datengetriebene Medizin in Deutschland geschaffen und das Potenzial für Künstliche Intelligenz und Präzisionsmedizin deutlich erhöht. Sie stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Universitätsmedizin und ermöglicht neue Erkenntnisse für bessere Diagnostik und Therapie. Herausforderungen bleiben jedoch bei der flächendeckenden Umsetzung in die Regelversorgung, der Akzeptanz bei Ärzten und Patienten sowie bei der Gewährleistung eines hohen Datenschutzniveaus. Langfristig könnte die Initiative zu einer deutlich personalisierteren und effizienteren Gesundheitsversorgung beitragen.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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