KI-gestützte Mini-Proteine sollen Bauchspeicheldrüsenkrebs gezielt bekämpfen

von | Feb. 19, 2026 | Forschung, Gesundheit

Die Deutsche Krebshilfe fördert im Rahmen ihrer „Deutschen Allianz Pankreaskarzinom“ das Projekt PrepAIred mit 1,99 Millionen Euro über vier Jahre. Ziel ist die Entwicklung künstlich intelligenter Mini-Proteine, die den extrem therapieresistenten Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom, PDAC) gezielt angreifen sollen. Das Konsortium wird vom Universitätsklinikum Bonn (UKB) und der Universität Bonn geleitet; Kooperationspartner ist die University of North Carolina (USA).

Bauchspeicheldrüsenkrebs bleibt trotz intensiver Forschung eine der tödlichsten Tumorerkrankungen mit einer Fünf-Jahres-Überlebensrate von etwa zehn Prozent. In Deutschland verursacht die Erkrankung – obwohl sie nur vier Prozent aller Krebsneudiagnosen ausmacht – die viertmeisten Krebstodesfälle. Hauptgründe für das Therapieversagen sind das dichte, schlecht durchdringbare Tumorgewebe und die starke Immunsuppression im Tumormikromilieu.

Das interdisziplinäre Team aus Strukturbiologen, Onkologen, Chirurgen, Genomforschern und Pathologen nutzt modernste KI-Tools zum de-novo-Design kleiner, stabiler Proteine (Minibinder). Diese sollen Tumorzellen spezifisch erkennen, binden und die Gewebebarriere überwinden – mit dem Ziel, schwer zugängliche Tumorregionen besser zu erreichen als klassische Antikörper. Die Wirksamkeit und Sicherheit werden in patientenabgeleiteten Organoiden und innovativen 3D-Modellen ohne Tierversuche geprüft.

Das Bonner PrepAIred-Team: oben v.l.: Alexander Semaan, Jonathan Schmid-Burgk, Tobias Bald; / unten v.l.: Gregor Hagelüken, Marieta Toma, Michael Hölzel | Quelle: Felix Heyder | Copyright: Herzzentrum am UKB
Das Bonner PrepAIred-Team: oben v.l.: Alexander Semaan, Jonathan Schmid-Burgk, Tobias Bald; / unten v.l.: Gregor Hagelüken, Marieta Toma, Michael Hölzel | Quelle: Felix Heyder | Copyright: Herzzentrum am UKB 

Langfristig könnten solche Moleküle neue bildgebende Sonden oder immuntherapeutische Wirkstoffe ermöglichen. Das Projekt stehe beispielhaft für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Verbesserung der Krebsmedizin.

Die „Deutsche Allianz Pankreaskarzinom“ vereint führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 23 deutschen Universitätsstandorten sowie je drei Partneruniversitäten in den USA und den Niederlanden. Neben Einzelprojekten wie PrepAIred baut die Deutsche Krebshilfe eine übergeordnete Forschungs- und Koordinationsplattform auf, um alle Pankreas-Krebsforscher in Deutschland zu vernetzen und international zu stärken.

Dazu passend:

DKK 2026 | Drei neue Strategien gegen Pankreaskarzinom – Hoffnung durch KI & Co.? | springermedizin.de


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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