Jede dritte Frau im reproduktiven Alter von Fertilitätsbarrieren betroffen

von | März 18, 2026 | Forschung, Gesundheit

Etwa jede dritte Frau im reproduktiven Alter in Deutschland erlebt biologische Fertilitätsbarrieren wie Infertilität oder Schwangerschaftsverlust. Das zeigt eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), die reproduktive Erfahrungen über einen Zeitraum von zehn Jahren untersucht hat.

Die Analyse basiert auf Daten des Familienpanels pairfam und umfasst 1.862 Frauen aus drei Geburtskohorten. Rund 28 Prozent der Befragten berichteten von Infertilität, also Schwierigkeiten beim Erreichen einer Schwangerschaft, die zu Verzögerungen oder Ausbleiben führt. Weitere 9 Prozent gaben eine oder mehrere Fehlgeburten an. Insgesamt ist damit etwa jede dritte Frau von solchen Barrieren betroffen.

Symbolbild. Credits: pixabay
Symbolbild. Credits: pixabay

Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes liegt derzeit bei 30,4 Jahren. Mit steigendem Alter der Frau – und des Mannes – nimmt das Risiko für Infertilität und Schwangerschaftsverlust deutlich zu. Während in der Altersgruppe Mitte 20 bis Mitte 30 noch 63 Prozent der Frauen innerhalb von zehn Jahren mindestens ein Kind bekamen, sinkt dieser Anteil bei Frauen ab 35 Jahren erheblich. In dieser Gruppe hat nahezu jede zweite Frau (47 Prozent) bereits Fertilitätsbarrieren erlebt. Nur etwa 8 Prozent der Frauen ab 35 Jahren erreichten eine Geburt ohne solche Probleme – im Vergleich zu 41 Prozent in der mittleren Altersgruppe.

Die Studie unterstreicht, dass neben strukturellen Faktoren wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch biologisch-medizinische Einflüsse eine wesentliche Rolle bei der Familiengründung spielen, die sich individueller Kontrolle weitgehend entziehen. Ein realistisches Wissen über den Einfluss des Alters auf das Risiko von Schwangerschaftsverlust und Infertilität sowie über Möglichkeiten und Grenzen der assistierten Reproduktion könne Frauen und Männer bei der Familienplanung unterstützen.

Die Ergebnisse wurden von Dr. Nadja Milewski und Dr. Jasmin Passet-Wittig vom BiB vorgestellt.

Original Paper:

Milewski, Nadja; Passet-Wittig, Jasmin (2026): Risikofaktor Geburtenaufschub – Schwangerschaftsverlust, Infertilität und Geburt im Lebensverlauf. In BiB.Aktuell 2/2026.
https:www.bib.bund.de/Publikation/2026/BiB-Aktuell-2026-2


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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