Intelligenter Sport-BH gibt akustisches Atemfeedback beim Laufen
Ein neuartiges intelligentes Kleidungsstück soll Läuferinnen und Läufern helfen, ihren Atemrhythmus zu verbessern. Das System erkennt Schritt- und Atemrhythmus in Echtzeit und gibt akustische Signale, um ein ruhigeres und effizienteres Atmen zu fördern – ohne Bildschirm oder störende Technik am Körper.
Die Verbindung von Atmung und Bewegung spielt beim Laufen eine wichtige Rolle für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Viele Läuferinnen und Läufer – sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene – neigen unter Anstrengung zu ungünstigen Atemmustern: Sie atmen schneller und tiefer, stoßen aber zu wenig verbrauchte Luft aus. Dadurch bleibt Luft in der Lunge, die Atemmuskulatur wird stärker belastet und die Laufökonomie verschlechtert sich. Das kann zu früherer Erschöpfung führen.
Forschende der Salzburg Research Forschungsgesellschaft haben gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Universität Salzburg einen Prototyp entwickelt: einen intelligenten Sport-BH mit integrierten Sensoren. Das Kleidungsstück misst den Atemrhythmus und analysiert Bewegungsmuster. Eine kleine On-Body-Einheit mit Edge-KI verarbeitet die Daten und gibt personalisierte akustische Signale aus. Diese signalisieren, wann eingeatmet oder besonders lang ausgeatmet werden soll. Das Feedback passt sich automatisch dem individuellen Schritt- und Atemrhythmus an und deaktiviert sich, sobald das Atemmuster stabil ist.

Ziel des Systems ist es, Läuferinnen und Läufern zu einem gesunden, bewussten Atemrhythmus zu verhelfen, ohne sie abzulenken. Besonders die Verlängerung der Ausatmungsphase soll das vegetative Nervensystem positiv beeinflussen, Stress reduzieren und das Lauferlebnis verbessern – vor allem bei Anfängern oder Personen mit Stresssymptomen.
Die Entwicklung entstand im Rahmen des Forschungsprojekts „DiMo-NEXT – Next Level of Digital Motion in Sports, Fitness and Well-being“. Das Projekt wird im COMET-Programm durch das österreichische Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, die Forschungsförderungsgesellschaft FFG sowie die Bundesländer Salzburg, Tirol und Oberösterreich gefördert.
Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Proceedings of the First Annual Conference on Human-Computer Interaction and Sports (SportsHCI ’25)“ veröffentlicht.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
Gender-Hinweis. Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich immer gleichermaßen auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Doppel/Dreifachnennung und gegenderte Bezeichnungen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.




