Infektionsforschung: Erste gemeinsame Jahrestagung von DZIF und PEG in Bonn

von | Jan. 20, 2026 | Forschung, Gesundheit

Expertinnen und Experten des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung und der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Infektionstherapie treffen sich zur ersten gemeinsamen Jahrestagung in Bonn. Die Veranstaltung am 23. und 24. Februar 2026 im Maritim-Hotel diskutiert aktuelle Themen der Infektionsmedizin und verknüpft sie interdisziplinär. Im Mittelpunkt stehen Herausforderungen durch Antibiotikaresistenzen sowie infektionsmedizinische Aspekte der Gender- und Präzisionsmedizin.

Das Programm umfasst das gesamte Spektrum der Infektionsforschung, von der Grundlagenarbeit im Labor bis zur Anwendung am Patientenbett. Es spiegelt die Komplexität und Interdisziplinarität des Gebiets wider, die durch globale Resistenzprobleme und das Risiko epidemischer oder pandemischer Ereignisse verstärkt werden. Zu den Schwerpunkten gehören Innovationen in der Arzneimittelforschung, -entwicklung und -anwendung, die wachsende Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen, klimasensitive Infektionskrankheiten und neueste Erkenntnisse zu Wirt-Erreger-Interaktionen.

Staphylococcus aureus. Foto: US Agricultural Research Service/ Wikimedia Commons
Staphylococcus aureus. Foto: US Agricultural Research Service/ Wikimedia Commons

Erstmals liegt ein Fokus auf geschlechtsspezifischen Aspekten, sowohl bei Immunreaktionen als auch bei der Gestaltung klinischer Studien mit infektionsmedizinischem Bezug. Dieser Ansatz gewinnt an Bedeutung für die Evidenzgenerierung in der personalisierten Medizin und wird in einer Keynote-Vortrag behandelt. Weitere Themen umfassen Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung benachteiligter Gruppen und Impfungen als Prävention nichtinfektiöser Erkrankungen.

Die Tagung zielt darauf ab, den wissenschaftlichen Austausch zwischen Disziplinen zu fördern und neue Kooperationen anzuregen, von der Grundlagenforschung bis zur Umsetzung in medizinische Fortschritte. Der wissenschaftliche Nachwuchs ist besonders eingeladen, sich aktiv zu beteiligen. In Symposien, Vorträgen, Workshops und Postersessions kommen internationale Keynote-Sprecher, etablierte Experten und junge Forscher zu Wort.

Eine Anmeldung ist über die Website möglich. Das detaillierte Programm steht online zur Verfügung. Für Presseakkreditierungen sind Anfragen per E-Mail bis zum 16. Februar 2026 erforderlich, Interviews können vermittelt werden.

Die Veranstaltung unterstreicht die Dringlichkeit interdisziplinärer Ansätze in der Infektionsforschung. Antibiotikaresistenzen stellen eine globale Herausforderung dar, die durch Klimawandel und demografische Veränderungen verschärft wird. Die Integration von Genderaspekten in Studien soll die Präzisionsmedizin vorantreiben und evidenzbasierte Therapien verbessern. Klimasensitive Krankheiten wie durch Vektoren übertragene Infektionen gewinnen an Relevanz, da Erwärmung neue Risikogebiete schafft.

Die Kooperation zwischen dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung und der Paul-Ehrlich-Gesellschaft stärkt den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis. Workshops adressieren praktische Umsetzungen, etwa in der Resistenzbekämpfung durch neue Antibiotika oder personalisierte Impfstrategien. Der Fokus auf benachteiligte Gruppen zielt auf eine inklusivere Gesundheitsversorgung ab, um Ungleichheiten zu mindern.

Der wissenschaftliche Nachwuchs profitiert von Netzwerkmöglichkeiten und Präsentationschancen. Postersessions ermöglichen Diskussionen über innovative Ansätze, wie molekulare Interaktionen zwischen Wirt und Pathogen. Die Tagung könnte Impulse für zukünftige Projekte setzen und die Resilienz gegen Infektionskrankheiten steigern.

Insgesamt bietet die Jahrestagung eine Plattform, um aktuelle Herausforderungen zu adressieren und Lösungen zu entwickeln. Sie reflektiert den Bedarf an vernetzter Forschung in Zeiten zunehmender Resistenzen und personalisierter Medizin.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

Gender-Hinweis. Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich immer gleichermaßen auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Doppel/Dreifachnennung und gegenderte Bezeichnungen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.

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