Impfstoffkandidat gegen MERS zeigt langanhaltende Immunantwort
Ein internationales Forschungsteam hat die Persistenz von MERS-CoV-spezifischen Antikörpern und T-Zell-Antworten zwei Jahre nach Impfung mit MVA-MERS-S bei gesunden Erwachsenen untersucht. Die Studie basiert auf einer Phase-I-Klinikstudie, in der Teilnehmer in Hamburg und Rotterdam drei Dosen des Vakzins erhielten. Das Vakzin nutzt einen attenuierten Pockenvirus-Vektor, der das MERS-CoV-Spike-Protein präsentiert. Im Langzeit-Follow-up wurden 48 Teilnehmer aus Hamburg 24 Monate nach der dritten Impfung analysiert.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Immunantworten mindestens zwei Jahre anhalten. Bei 75 Prozent der Teilnehmer blieben neutralisierende Antikörper in Pseudovirus-Assays nachweisbar, bei 50 Prozent in Live-Virus-Assays. 60 Prozent der Teilnehmer waren S1-IgG-seropositiv. Vakzin-induzierte T-Zellen, die IFN-γ und IL-2 sezernieren und auf eine Th1-dominierte Antwort hindeuten, waren mindestens zwei Jahre detektierbar. Antikörperlevel blieben stabil und vergleichbar mit den Höchstwerten nach der zweiten Impfung. Die Antikörper neutralisieren klinisch relevante MERS-CoV-Varianten. Ein zusätzlicher Booster verbessert die langfristige Immunität signifikant.

Die Studie demonstriert erstmals dauerhafte vakzin-induzierte Immunität gegen MERS. Sie liefert Grundlagen für zukünftige klinische Studien und die Entwicklung von Vakzinen gegen MERS sowie andere aufkommende Viren. Dies unterstützt die globale Vorbereitung auf potenzielle Ausbrüche, insbesondere in Hochrisikogruppen.
Die Ergebnisse wurden am 26. Januar 2026 in Nature Communications veröffentlicht. Erster Autor ist Dr. Leonie Mayer, wissenschaftlicher Leiter Prof. Dr. Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Das Team stammt aus dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung.
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Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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