HZB nimmt hochmoderne Reaktorplattform für Dünnschichtkatalysatoren in Betrieb
Das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) hat im Rahmen des Großprojekts CatLab die bislang größte Einzelinvestition des Vorhabens in Betrieb genommen. Die von der Berliner Firma ILS gebaute Testanlage mit acht parallelen chemischen Reaktoren wurde nun am Standort Adlershof angeliefert und aufgestellt. Das Investitionsvolumen liegt bei über 2,5 Millionen Euro.
Die Anlage ist darauf ausgelegt, Dünnschicht- und Pulverkatalysatoren unter realistischen Prozessbedingungen zu prüfen. Sie erlaubt Temperaturen von Raumtemperatur bis 780 °C, Drücke bis 50 bar sowie variable Durchflussraten und Verweilzeiten – sowohl im Dauer- als auch im Batch-Betrieb. Damit können zahlreiche für die Energiewende zentrale Reaktionen untersucht werden.

Dazu gehören die Umwandlung von Kohlendioxid zu Methanol, die Trockenreformierung von Methan zu Synthesegas sowie die Fischer-Tropsch-Synthese zur Erzeugung synthetischer Kraftstoffe. Die Reaktoren dienen dem schnellen Vergleich von Katalysatorkandidaten, der Ermittlung reaktionskinetischer Daten und vor allem der Bewertung der Langzeitstabilität, die für eine spätere industrielle Nutzung entscheidend ist.
Projektverantwortliche am HZB bezeichnen die Anlage als künftigen Kernbestandteil der Entwicklung skalierbarer Dünnschichtkatalysatoren. Sie soll nicht nur das CatLab-Projekt selbst voranbringen, sondern auch die eigene Grundlagenforschung des Zentrums sowie laufende und geplante Kooperationsvorhaben wie CARE-O-SENE, Greenquest und weitere neu startende Initiativen unterstützen.
CatLab zielt insgesamt darauf ab, industrietaugliche Fertigungsverfahren für hocheffiziente Dünnschichtkatalysatoren zu etablieren, um den Übergang zu einer klimaneutralen Chemie und Energiewirtschaft zu beschleunigen. Die neue Reaktorplattform schafft dafür entscheidende experimentelle Voraussetzungen.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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