Hoffnung bei T-Zell-Leukämie im Kindesalter

von | Jan. 7, 2026 | Forschung, Gesundheit

Kinder und Jugendliche mit einer schwer behandelbaren Form von Blutkrebs – der T Zell akuten lymphoblastischen Leukämie (T-ALL) – sollen künftig wirksamer behandelt werden können: In einer internationalen Studie wird untersucht, ob ein zusätzliches Medikament die Leukämiezellen empfindlicher für Chemotherapie machen und so deren Wirkung verstärken kann.

Das von Kiel aus koordinierte internationale Studienkonsortium ALL-BFM (Acute Lymphoblastic Leukemia Berlin-Frankfurt-Münster) umfasst über 130 Studienzentren in zehn Ländern und gilt seit vielen Jahren als weltweit führend in der klinischen Forschung zur Therapieverbesserung bei ALL. Zentrales Ziel ist eine an den individuellen Subtyp und die jeweilige Prognose angepasste Behandlung: Während Betroffene mit sehr guter Heilungschance von einer Reduktion der Chemotherapie profitieren sollen (wir berichteten darüber im Vorjahr), verfolgt die neue Studie einen anderen Ansatz. Für Kinder und Jugendliche mit hohem Rückfallrisiko soll die Wirksamkeit der Therapie nicht durch weitere Steigerung der Chemotherapie-Dosis, sondern durch eine gezielte Erhöhung der Empfindlichkeit der Leukämiezellen verbessert werden. Genau diesen Mechanismus adressiert die neue Studie.

Darstellung: Biologische Rationale und Risiko-adaptiertes Studiendesign von "Venetoclax in T-ALL" | Copyright: Grafik: Lennart Lenk, UKSH
Darstellung: Biologische Rationale und Risiko-adaptiertes Studiendesign von „Venetoclax in T-ALL“ | Copyright: Grafik: Lennart Lenk, UKSH

Begleitend zur klinischen Studie ist ein umfangreiches internationales Forschungsprogramm geplant, das von Dr. Lennart Lenk, Leiter der translationalen ALL-Forschungsgruppe der Kinderonkologie, koordiniert wird. „Die internationale Begleitforschung ist ein zentraler Bestandteil dieses Projekts“, betont Dr. Lenk. „Durch die enge Zusammenarbeit zahlreicher nationaler und internationaler Forschungsgruppen können wir das Ansprechen der T-ALL auf Venetoclax umfassend untersuchen und darauf aufbauend neue Therapieansätze entwickeln.“


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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