Hämodialyse verursacht pro Patient und Jahr rund 3,7 Tonnen CO₂
Die Hämodialyse in Deutschland belastet das Klima erheblich. Pro behandelter Person und Jahr entstehen durchschnittlich 3,7 Tonnen CO₂-Äquivalente. Das zeigt eine aktuelle Studie der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) unter Beteiligung ihrer Kommission „Klima, Umwelt und Niere“.
Hauptverursacher sind dem Papier zufolge Materialproduktion, Einwegabfall, hoher Energie- und Wasserverbrauch sowie Transportwege. Einzelne Effizienzmaßnahmen wie Photovoltaik oder angepasste Dialyseregimes können die Emissionen nur um etwa 9 Prozent senken. Selbst in einem theoretischen Best-Case-Szenario mit mehr Heimdialyse und optimierter Zentrumsdialyse liegt die Reduktion bei maximal 38 Prozent.

Deutlich klimafreundlicher ist laut Studie die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse zu Hause): Sie verursacht nur 1,4 bis 2,2 Tonnen CO₂ pro Jahr. Der größte Hebel für Klimaschutz liegt jedoch in der Vermeidung von Dialysepflichtigkeit: Prävention, Früherkennung der chronischen Nierenkrankheit (CKD) und eine höhere Transplantationsrate. Jede vermiedene Dialysepflicht spart pro Jahr 3,7 Tonnen CO₂. Eine um zehn Prozent höhere Transplantationsrate würde bundesweit jährlich etwa 800 Tonnen CO₂ einsparen.
Effizienzsteigerungen in der Dialyse sseien wichtig, reichten aber nicht aus, sagte Professorin Dr. Sylvia Stracke, Pressesprecherin der DGfN. Denn die nachhaltigste Dialyse sei die, die gar nicht erst notwendig werde.
Die DGfN fordert deshalb:
- Stärkere Förderung von Heimdialyse und Nierentransplantation
- Ausbau von Prävention und Früherkennung der chronischen Nierenkrankheit
- Integration von Nachhaltigkeitskriterien in Vergütung und Leitlinien
Die Studie wurde pünktlich zum Weltnierentag veröffentlicht und unterstreicht, dass Klimaschutz und Nierengesundheit eng zusammenhängen.
Original Paper:
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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