Gesunde Ernährung senkt Cholesterin nur begrenzt – Medikamente oft unverzichtbar
Zum Tag der gesunden Ernährung am 7. März betont die Deutsche Herzstiftung die zentrale Rolle eines gesunden Lebensstils beim Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Ernährung spielt dabei eine wichtige, jedoch nicht entscheidende Rolle bei der Senkung des LDL-Cholesterins, des wichtigsten Risikofaktors für Arteriosklerose.
Herz-Kreislauf-Spezialisten weisen darauf hin, dass die Aufnahme von Cholesterin über die Nahrung – etwa aus Eiern, Käse oder Butter – den LDL-Cholesterinwert im Blut bei den meisten Menschen nur geringfügig beeinflusst. Der Körper produziert rund zwei Drittel des Cholesterins selbst in der Leber und reguliert diese Produktion abhängig von der Nahrungszufuhr. Überschüssiges LDL-Cholesterin lagert sich jedoch in den Gefäßwänden ab, fördert Plaquebildung und erhöht langfristig das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und periphere arterielle Verschlusskrankheit.
Bei erhöhten Cholesterinwerten (Hypercholesterinämie) stehen Lebensstilmaßnahmen wie regelmäßige Bewegung und eine herzgesunde Ernährung an erster Stelle. Allein durch diese Veränderungen lässt sich das Infarktrisiko jedoch oft nicht ausreichend senken. Kardiologen verweisen auf Studien, die belegen, dass eine möglichst starke und anhaltende Senkung des LDL-Cholesterins die Zahl von Herzinfarkten, Schlaganfällen und kardiovaskulären Todesfällen deutlich verringert. Dafür stehen heute wirksame und gut verträgliche medikamentöse Therapien zur Verfügung.

Neben genetischen Faktoren und der körpereigenen Regulation tragen Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel maßgeblich zu hohen Blutfettwerten bei. Experten empfehlen daher, alle Risikofaktoren regelmäßig zu kontrollieren. Ab 35 Jahren bieten die Krankenkassen alle drei Jahre einen kostenfreien Gesundheits-Check-up an. Bei familiärer Vorbelastung mit frühen Herz-Kreislauf-Ereignissen sollte die Überwachung früher und engmaschiger erfolgen.
Zur Förderung der Herzgesundheit raten Fachgesellschaften zu mindestens 150 Minuten moderater Ausdaueraktivität pro Woche (z. B. flottes Gehen, Radfahren, Schwimmen), ergänzt durch moderates Krafttraining, Mobilitäts- und Gleichgewichtsübungen. Als besonders herzschützend gilt die mediterrane Ernährung mit viel frischem Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Fisch, Nüssen und hochwertigen Pflanzenölen wie Oliven- oder Leinöl bei geringem Verzehr tierischer Fette.
Ballaststoffreiche Lebensmittel können den LDL-Cholesterinspiegel um bis zu zehn Prozent senken, indem sie Gallensäuren binden und deren Neubildung aus Cholesterin anregen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 30 bis 40 Gramm Ballaststoffe täglich. Besonders reichhaltig sind Haferflocken, Hülsenfrüchte, Äpfel, Beeren, Karotten, Brokkoli und Pilze.
Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl, Walnuss-, Raps- oder Hanföl senken Triglyzeride, verbessern die Gefäßfunktion und wirken entzündungshemmend. Die Herzstiftung stellt umfassende Informationen zu Cholesterin, Vorbeugung und Therapie unter www.herzstiftung.de/cholesterin sowie zur mediterranen Ernährung unter www.herzstiftung.de/mediterrane-ernaehrung bereit.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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