Fulbright-Stipendiat forscht zu neuen Therapien gegen chronische Wunden

von | Feb. 6, 2026 | Forschung, Gesundheit

An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) entwickelt der US-amerikanische Fulbright-Stipendiat Samuel Sung gemeinsam mit dem Team von Prof. Dr. Nico Lachmann innovative Ansätze zur Behandlung chronischer Wunden.

Chronische Wunden heilen oft nur sehr langsam, verursachen Schmerzen und schränken die Beweglichkeit stark ein. Samuel Sung verbindet Ingenieurtechnik mit Immunologie und konzentriert sich auf spezialisierte Immunzellen, insbesondere Makrophagen. Diese Fresszellen steuern Entzündungsprozesse, räumen Ablagerungen ab und fördern neues Gewebe. Bei Fehlfunktionen entstehen chronische Wunden.

Samuel Sung (rechts) hält im Labor von Prof. Dr. Nico Lachmann (links) eine Schale mit Gel in der Hand. Er zeigt, wie er Fresszellen hinzufügt, die bei der Wundheilung helfen sollen. | Copyright: Karin Kaiser/MHH.
Samuel Sung (rechts) hält im Labor von Prof. Dr. Nico Lachmann (links) eine Schale mit Gel in der Hand. Er zeigt, wie er Fresszellen hinzufügt, die bei der Wundheilung helfen sollen. | Copyright: Karin Kaiser/MHH. 

Das Team um Professor Lachmann an der Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie stellt Makrophagen aus humanen induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) her. Diese könnten künftig als therapeutischer Ersatz dienen. Offen ist jedoch, wie solche Zellen gezielt in Wunden eingebracht werden können. Samuel Sung testet dafür künstliche Hydrogele als Trägermaterial, die mit spezialisierten Makrophagen beladen werden. Er untersucht, wie diese Gele das Verhalten der Zellen beeinflussen, die Immunantwort modulieren und die Hautregeneration effizient fördern.

Ziel ist die Entwicklung der nächsten Generation von Wundheilungstherapien. Professor Lachmann hebt hervor, dass die Arbeit die Partnerschaft mit dem Labor von Professorin Kara Spiller an der Drexel University in Philadelphia stärkt, das für Expertise in Biomaterialien und Immun-Engineering bekannt ist. Immun-Engineering kombiniert ingenieurwissenschaftliche Methoden mit immunologischer Forschung für neue Therapien – nicht nur bei Wunden, sondern auch in der Organregeneration und Infektionsforschung.

Samuel Sung bringt Erfahrung aus seiner vorherigen Arbeit mit Makrophagen am Labor von Professorin Spiller ein und verknüpft diese nun mit humanen Immunzellen. Das Fulbright-Programm fördert internationale Kooperationen und den akademischen Austausch zwischen den USA und Deutschland. Es wird in Deutschland von der Deutsch-Amerikanischen Fulbright-Kommission getragen. Samuel Sung ist der fünfte Fulbright-Stipendiat aus den USA an der MHH; sechs MHH-Wissenschaftler sind bereits in die USA gegangen.

Die MHH weist unter den Hochschulen Niedersachsens den höchsten Anteil ausländischer Promovierender auf: Im Jahr 2024 betrug er 37,6 Prozent (Landesamt für Statistik Niedersachsen). Viele promovieren in strukturierten Programmen der Hannover Biomedical Research School (HBRS).


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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