Erste Frau an der Spitze der DSG

von | Jan. 5, 2026 | Forschung, Gesundheit

Mit dem Jahreswechsel übernimmt Professorin Waltraud Pfeilschifter, Chefärztin der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie am Klinikum Lüneburg, die Präsidentschaft der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft – und damit die Verantwortung für rund 1.100 Mitglieder aus Medizin, Pflege, Therapie und Wissenschaft. In einer Zeit wachsender ökonomischer und struktureller Herausforderungen setzt Pfeilschifter klare inhaltliche Schwerpunkte: den Erhalt einer hochspezialisierten Akutversorgung mit noch besserer Versorgungsgerechtigkeit, mehr Verantwortung für Nachsorge, die weitere Stärkung interprofessioneller Teams auf der Stroke Unit sowie speziell die Förderung von Frauen und Nachwuchs.

Die neue 1. Vorsitzende der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft Professorin Waltraud Pfeilschifter | Quelle: Andreas Tamme | Copyright: DSG
Die neue 1. Vorsitzende der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft Professorin Waltraud Pfeilschifter | Quelle: Andreas Tamme | Copyright: DSG 

„In der Schlaganfallbehandlung kann man in den entscheidenden Stunden der Akutbehandlung für Patientinnen und Patienten ein gutes Behandlungsergebnis erreichen – oder verspielen, wenn sie nicht in einer spezialisierten Einheit behandelt werden“, stellt Waltraud Pfeilschifter fest. Die vergangenen zwei Jahrzehnte hätten hierzulande gezeigt, wie hochwirksam moderne Schlaganfall-Medizin ist: Sterblichkeit und Folgeschäden sind deutlich gesunken. Diese Erfolge gelte es zu sichern, weiterzuentwickeln und flächendeckend zu halten. Dabei bezieht die 1. Vorsitzende klar Position für die neurologische Expertise: „Die Therapien von Schlaganfall-Patientinnen und
-Patienten sind von uns Neurologinnen und Neurologen etabliert, geprüft und gesichert – und gehören deshalb auch zukünftig immer in die Hand unseres Fachbereichs.“

Interdisziplinäre Strukturen seien wichtig, dürften aber nicht zulasten der notwendigen Spezialisierung gehen – insbesondere bei risikobehafteten Therapien, ist Pfeilschifter überzeugt. Deutschland nimmt hier international eine Vorreiterrolle ein, die nicht aufs Spiel gesetzt werden dürfe. Damit einher geht auch das Thema Versorgungsgerechtigkeit: „Die hochwirksame Akuttherapien müssen für alle Patientinnen und Patienten in einem kurzen Zeitfenster erreichbar sein. Gleichzeitig muss dieses System finanzierbar bleiben. Netzwerke zwischen spezialisierten Stroke Units und kleineren Kliniken sind entscheidend, um die Versorgung auch im ländlichen Raum auf hohem Niveau zu sichern.“


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

Gender-Hinweis. Die in diesem Text verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich immer gleichermaßen auf weibliche, männliche und diverse Personen. Auf eine Doppel/Dreifachnennung und gegenderte Bezeichnungen wird zugunsten einer besseren Lesbarkeit verzichtet.

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