Durchbruch: Mikroskop-Methode erkennt seltene Thrombozytenstörungen mit einem Tropfen Blut
Forschende der Universitätsmedizin Greifswald haben eine Untersuchungsmethode entwickelt, mit der angeborene Störungen der Blutplättchen bereits bei Neugeborenen mit nur einem Tropfen Blut erkannt werden können. Das Verfahren soll den oft jahrelangen Diagnoseweg bei mehr als 70 bekannten erblichen Thrombozytenstörungen verkürzen.
Betroffene Patienten leiden häufig seit der Kindheit unter gestörter Blutstillung und spontanen großen Blutergüssen. Die korrekte Diagnose gestaltet sich bislang schwierig und langwierig. Die neue Technik nutzt Immunfluoreszenzmikroskopie, bei der spezifische Strukturen der Thrombozyten mit fluoreszierenden Antikörpern sichtbar gemacht werden.
Für die erste Screening-Untersuchung genügt ein einzelner Blutstropfen. Die Proben können per Post an eines von sieben internationalen Spezialzentren versandt werden. Dadurch wird die Diagnostik auch für Patienten erreichbar, die weit entfernt von einem Expertenzentrum leben. Zudem soll das Verfahren Kosten senken, indem es Hinweise liefert, bei welchen Patienten eine weiterführende genetische Analyse sinnvoll ist.

Die Studie wurde unter der Schirmherrschaft der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) durchgeführt und in deren Fachzeitschrift veröffentlicht. An dem weltweiten Netzwerk mit sieben Zentren sind neben Greifswald weitere Partner aus verschiedenen Ländern beteiligt.
Die Methode wurde in Greifswald entwickelt, um Patienten weite Anreisen zu ersparen und die Diagnostik international zugänglicher zu machen. Die Universitätsmedizin Greifswald sieht darin eine weitere Stärkung ihres Rufs als internationales Referenzzentrum für Erkrankungen der Blutgerinnung und der Thrombozyten.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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