DRF Luftrettung: Bluttest zur Früherkennung von Hirnblutungen

von | Apr. 9, 2026 | Forschung, Gesundheit

Die DRF Luftrettung weitet den Testbetrieb eines neuen Verfahrens zur frühzeitigen Erkennung von Hirnblutungen aus. Nach ersten Erprobungen an den Stationen Stuttgart und Karlsruhe sind nun auch die Stationen Niebüll und Rendsburg in Schleswig-Holstein in die wissenschaftliche Studie einbezogen.

Die Rettungshubschrauber in Niebüll und Rendsburg sind seit kurzem mit einem Messgerät ausgestattet, das ein Protein-Bluttest zum Nachweis des sauren Gliafaserproteins (GFAP) einsetzt. Dieses Protein wird bei einer Hirnblutung frühzeitig aus geschädigten Hirnzellen freigesetzt und ist innerhalb weniger Minuten im Blut nachweisbar. Das Verfahren wurde von einem Forscherteam um Professor Dr. Christian Förch vom RKH Klinikum Ludwigsburg mitentwickelt. Die Studie wird von der DRF Stiftung gefördert.

Das Test-Kit war erstmals 2024 in Stuttgart und Karlsruhe zum Einsatz gekommen. Mit der Ausweitung auf Schleswig-Holstein sollen weitere Erkenntnisse unter realen Einsatzbedingungen gewonnen und der potenzielle Nutzen für die Notfallmedizin bewertet werden.

Die Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung in Niebüll und Rendsburg sind seit kurzem mit einem Messgerät zum Erkennen von Hirnblutungen ausgestattet. Credits: DRF Luftrettung
Die Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung in Niebüll und Rendsburg sind seit kurzem mit einem Messgerät zum Erkennen von Hirnblutungen ausgestattet. Credits: DRF Luftrettung

Für die Besatzungen der Rettungshubschrauber soll der Bluttest künftig einen zusätzlichen Baustein in der präklinischen Diagnostik darstellen. Bei bewusstlosen Patienten kann er helfen, schneller zwischen verschiedenen Ursachen wie Gefäßverschluss, epileptischem Anfall oder lebensbedrohlicher Hirnblutung zu unterscheiden und die richtige Zielklinik auszuwählen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther informierte sich bei einem Besuch der Station Rendsburg über das Verfahren und bezeichnete die Erprobung als wichtigen Schritt für die Notfallrettung des Landes.

„Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht immer der Patient“, erklärte Dr. Florian Reifferscheid, Leiter Medical Operations der DRF Luftrettung. Der Bluttest könne künftig helfen, erste Maßnahmen vor Ort einzuleiten und die Betroffenen direkt in die passende Klinik zu bringen. Mit der Ausweitung der Studie werde die Datengrundlage erweitert und die Versorgung schwer erkrankter Menschen weiter verbessert.

Die DRF Luftrettung betreibt 34 Stationen in Deutschland und leistete im Jahr 2025 insgesamt 36.407 Einsätze. Die gemeinnützige Organisation setzt sich zum Ziel, neue medizinische Verfahren wissenschaftlich fundiert in die Praxis zu überführen.


Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR

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