Diagnostik: Zukunftscluster nanodiag BW erhält 15 Millionen Euro für zweite Förderphase
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat dem Zukunftscluster nanodiag BW eine Förderung in Höhe von 15 Millionen Euro für die zweite Phase im Rahmen der Clusters4Future-Initiative bewilligt. Die Förderung ermöglicht die nahtlose Fortsetzung der Arbeiten ab April 2026. Die Universität Freiburg und das Universitätsklinikum Freiburg erhalten davon rund 4,2 Millionen Euro (davon etwa 3,1 Millionen für die Universität und 1,1 Millionen für das Klinikum).
nanodiag BW ist ein interdisziplinäres Innovationsnetzwerk in Baden-Württemberg, koordiniert von der Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V. und der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg. Mehr als 20 Partner aus Forschung und Industrie entwickeln nanoporengestützte Diagnoseverfahren für Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Parkinson. Ziel ist eine schnellere, kostengünstigere und personalisiertere molekulare Diagnostik im klinischen Alltag.

Nanoporen sind winzige Kanäle im Nanometerbereich, mit denen einzelne Biomoleküle wie Proteine untersucht werden können. Der Cluster nutzt diese Technologie, um epigenetische Faktoren zu analysieren, die bei vielen Erkrankungen eine zentrale Rolle spielen. In der ersten Förderphase wurden wichtige Grundlagen geschaffen: Nanoporenplattformen, mikrofluidische Systeme zur Probenverarbeitung und KI-gestützte Auswertungsmethoden für elektrische Signale einzelner Moleküle.
In der zweiten Phase rückt die gezielte Weiterentwicklung in Richtung klinischer Anwendungen in den Vordergrund. Im Fokus stehen epigenetische Diagnostik, die Überführung der Technologie in die Praxis und die Schaffung einer kostengünstigen, vor-Ort einsetzbaren Alternative zu aufwendigen Verfahren wie der Massenspektrometrie.
Prof. Dr. Jan C. Behrends, stellvertretender Clustersprecher und Mitinitiator, betonte die Bedeutung der Förderung: Das starke interdisziplinäre Netzwerk überführe Grundlagenforschung in konkrete klinische Nutzen für Patienten – insbesondere durch neue Ansätze in Epigenetik und Proteomik.
Dr. Hanna Hasselblatt, Clustermanagerin, sieht in der Entscheidung Bestätigung und Verantwortung zugleich. Der Cluster werde motiviert daran arbeiten, die Nanoporentechnologie vom Labor in klinisch relevante Anwendungen zu bringen.
nanodiag BW ist Teil der Clusters4Future-Initiative des BMFTR, die regionale Innovationsnetzwerke dabei unterstützt, exzellente Forschungsergebnisse zügig in wirtschaftlich und gesellschaftlich relevante Anwendungen zu überführen. Insgesamt können die 14 Zukunftscluster bis zu drei Phasen à drei Jahre gefördert werden.
Redaktion: X-Press Journalistenbüro GbR
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